von Jörg Bernhard
Bei der Anzahl offener Gold-Futures, dem sogenannten Open Interest, gab es in der Zeit vom 6. bis 13. November ebenfalls einen signifikanten Anstieg zu beobachten. Er kletterte von 447.154 auf 459.761 Kontrakte (+2,8 Prozent). Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es noch deutlicher bergauf. Diese zog von 207.742 auf 224.795 Kontrakte (+8,2 Prozent) an. Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) nahm die Netto-Long-Position besonders deutlich zu. Sie erhöhte sich nämlich von 47.569 auf 53.201 Futures (+11,8 Prozent), während bei den Großspekulanten (Non-Commercials) „lediglich“ ein Anstieg des Optimismus von 160.173 auf 171.594 Kontrakte (+7,1 Prozent) registriert worden war.
Starker Dollar sorgt für Rücksetzer
Obwohl die USA derzeit alles andere als wirtschaftliche Stärke ausstrahlen, ging es mit dem Dollar auf Wochensicht tendenziell in höhere Kursregionen. Der Dollarindex, der die US-Währung mit sechs anderen wichtigen Währungen vergleicht, erklomm zum Wochenschluss das höchste Niveau seit über zwei Jahren. Dies und ein negativ aufgenommener Quartalsbericht des World Gold Council bescherte dem gelben Edelmetall ein Wochenminus von 0,9 Prozent. In den vergangenen Tagen rückten die krisenbedingten Kaufargumente in den Hintergrund. Über kurz oder lang dürften aber wieder die Aktionen der Notenbanken für gute Laune sorgen. Während die Fed, die EZB, die Bank of China und die Bank of Japan über ihre expansive Geldpolitik das Image von Gold als sicheren Hafen wieder aufpolieren dürften, könnten diverse Schwellenländer-Notenbanken, die ihre Währungsreserven breiter diversifizieren möchten, als Nettokäufer von Gold dessen Preis zumindest stützen. Ein Trendwechsel nach unten droht daher eher nicht.