von Jörg Bernhard
Beim Open Interest, also der Anzahl offener Gold-Futures, gab es im Berichtszeitraum (21. bis 28. August) ebenfalls einen markanten Anstieg zu vermelden. Dieser erhöhte sich von 398.747 auf 426.559 Kontrakte (+7,0 Prozent). Mit der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es allerdings noch deutlicher bergauf. Sie zog innerhalb einer Woche von 171.222 auf 203.624 Kontrakte (+18,9 Prozent) an. Noch stärker ausgeprägt war der Optimismus der Spekulanten zuletzt vor mehr als sechs Monaten. Besonders optimistisch waren vor allem die Großspekulanten (Non- Commercials) gestimmt, deren Netto-Long-Position von 130.684 auf 158.491 Kontrakte (+21,3 Prozent) zunahm. Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) gab es ein Plus von 40.538 auf 45.133 Futures (+11,3 Prozent) zu berichten.
Angriff auf 1.700 Dollar gestartet
Vor dem Wochenende kletterte der Goldpreis auf den höchsten Stand seit fünf Monaten und verbuchte dabei den größten Monatsgewinn seit Januar. Obwohl Ben Bernanke auf dem internationalen Notenbankertreffen in Jackson Hole keine konkreten Stützungsaktionen angekündigt hat, interpretierten die Akteure an den Goldmärkten seine skeptische Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage als Indiz für anstehenden geldpolitische Lockerungsmaßnahmen.
Aus charttechnischer Sicht bewegt sich der Goldpreis nunmehr in Richtung einer überkauften Situation. Darauf deutet neben dem Überwinden des oberen Bollingerbands auch der Relative-Stärke-Index (RSI) hin. Er liegt aktuell bei 69 Prozent, Werte über 70 Prozent gelten als überkaufte Lage. In der kommenden Woche wird sich zeigen, wie ausgeprägt der Respekt vor der 1.700-Dollar-Marke ist. Ein hohes Maß an Spannung dürfte auch der neue Monat mit sich bringen, schließlich steht am 12. September das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsfonds ESM an.
Bildquellen: Julian Mezger