von Jörg Bernhard
Die Anzahl offener Gold-Futures, der sogenannte Open Interest, wies im Berichtszeitraum (28. August bis 4. September) einen deutlichen Anstieg aus. Er erhöhte sich von 426.559 auf 444.489 Kontrakte (+4,2 Prozent). Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten kam es innerhalb dieses Zeitraums zu einem Anstieg von 203.624 auf 219.386 Kontrakte (+7,7 Prozent), wobei die wachsende Zuversicht der beiden Gruppen von Marktteilnehmern ähnlich stark ausgeprägt war. Die Netto-Long-Position der Großspekulanten (Non- Commercials) erhöhte sich von 158.491 auf 170.464 Kontrakte (+7,5 Prozent). Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) gab es einen Zuwachs von 45.133 auf 48.922 Futures (+8,4 Prozent) zu vermelden.
EZB sorgt für Kursrally bei Gold
Wie in der Woche zuvor verabschiedete sich der Goldpreis ausgesprochen freundlich ins Wochenende. Summa summarum verbuchte er einen Wochengewinn in Höhe von 3,0 Prozent. Mit Blick auf den Timingindikator Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich das gelbe Edelmetall mit einem aktuellen Wert von 78,6 Prozent allerdings eindeutig in der überkauften Zone. Ein Rutsch unter die Marke von 70 Prozent gilt unter Chartisten als Signal zum Ausstieg. Letztmals gab es im Februar ein solches Verkaufssignal – danach rutschte der Goldpreis auf 1.550 Dollar ab. Unter fundamentalen Aspekten ist die Flucht in Gold angesichts der angekündigten, unlimitierten Aufkäufe südeuropäischer Staatsanleihen durchaus nachvollziehbar und sinnvoll. In der kommenden Woche erfahren die Investoren, ob das deutsche Bundesverfassungsgericht den ESM für rechtmäßig erklärt. Langeweile dürfte an den internationalen Geld- und Goldmärkten daher kaum aufkommen.