von Jörg Bernhard
Die Anzahl offener Gold-Kontrakte, der sogenannte Open Interest zog im Berichtszeitraum (12. bis 19. Juni) ebenfalls an und erhöhte sich von 412.244 auf 418.492 Kontrakte (+1,5 Prozent). Mit der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es nochmals nach oben. Sie stieg von 158.790 auf 163.691 Kontrakte (+3,1 Prozent). Während bei den Großspekulanten (Non- Commercials) die Netto-Long-Position von 132.315 auf 136.404 Kontrakte (+3,1 Prozent) anzog, kletterte sie bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) von 26.475 auf 27.287 Kontrakte (+3,0 Prozent). Da die Daten der Marktakteure jedoch am Dienstag erfasst wurden, dürfte sich dieser Optimismus wieder erheblich abgekühlt haben, schließlich verlief die Fed-Sitzung vom Mittwoch alles andere als positiv für das gelbe Edelmetall. Danach brach der Gold-Future um in der Spitze um 65 Dollar ein.
Goldpreis unter Druck
Der Goldpreis musste in der abgelaufenen Handelswoche einen Kursverlust von 3,7 Prozent hinnehmen. Aufkommende Deflationsängste und das Weigern der Fed, neue quantitative Lockerungsmaßnahmen zu beschließen, sorgte vor allem an den Terminmärkten für massiven Verkaufsdruck. ETF-Investoren erwiesen sich hingegen einmal mehr als „starke Hände“. So legte beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares die gehaltene Goldmenge auf Wochensicht von 1.277,39 auf 1.281,62 Tonnen zu. Argumente für den Goldkauf gibt es nämlich nach wie vor, schließlich stufte am Donnerstag die US-Ratingagentur Moody`s in einem Rundumschlag insgesamt 15 Großbanken herab – darunter auch die Commerzbank und die Deutsche Bank. Das Vertrauen in die Solidität der internationalen Finanzsysteme sowie in viele Papierwährungen dürfte daher weiter angeschlagen bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Euro mehr und mehr zur Weichwährung entwickelt, ist nicht von der Hand zu weisen. Davon sollte die Hartwährung Gold weiterhin profitieren.
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