von Jörg Bernhard
Die Anzahl offener Gold-Futures, der sogenannte Open Interest, zog im Berichtszeitraum (18. bis 25. September) ebenfalls an. Er erhöhte sich von 478.609 auf 489.516 Kontrakte (+2,3 Prozent) und markierte damit den höchsten Stand seit 12 Monaten. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten gab es den sechsten Anstieg in Folge zu berichten. Sie erhöhte sich nämlich von 249.633 auf 262.355 Kontrakte (+5,3 Prozent). Die wachsende Zuversicht war aber in erster Linie unter den Großspekulanten (Non-Commercials) registriert worden. Deren Netto-Long-Position kletterte von 191.115 auf 203.896 Kontrakte (+6,7 Prozent), was den stärksten Optimismus seit über 13 Monaten darstellte. Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) gab es hingegen eine leicht nachlassende Zuversicht berichten. Die Netto-Long-Position fiel nämlich von 58.518 auf 58.459 Futures (-0,1 Prozent) leicht zurück.
Charttechnische Widerstände bremsen
Aus charttechnischer Sicht sieht es beim gelben Edelmetall derzeit nach einer Patt-Situation zwischen Bullen und Bären aus. Nach unten hin scheint es relativ gut abgesichert zu sein. Nach technischen Rückschlägen entstand auf dem reduzierten Kursniveau schnell wieder Kaufinteresse. Des Weiteren sorgt die Aussicht auf quantitative Lockerungsmaßnahmen rund um den Globus für wenig Vertrauen in mit Schulden überfrachtete Währungen wie Euro und Dollar. Des Weiteren liefert aber auch die Entwicklung auf der Angebotsseite Kaufgründe für Gold, schließlich sind in Südafrika die Minenunruhen mittlerweile auf die Goldindustrie übergeschwappt. Nach oben scheint das Potenzial aufgrund massiver charttechnischer Hürden allerdings ebenfalls begrenzt zu sein. Unterhalb von 1.800 Dollar scheiterte Gold im November 2011 und im Februar dieses Jahres. Um die Marke zu „knacken“, müsste schon etwas Besonderes passieren.
Bildquellen: Julian Mezger