von Jörg Bernhard
Die Anzahl offener Gold-Kontrakte, der sogenannte Open Interest, nahm im Berichtszeitraum (3. bis 10. Juli) zwar etwas zu und erhöhte sich von 425.068 auf 429.854 Kontrakte (+1,1 Prozent). Mit der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es aber signifikant nach unten. Diese reduzierte sich nämlich von 166.637 auf 152.766 Kontrakte (-8,3 Prozent). Während bei den Großspekulanten (Non- Commercials) die Netto-Long-Position von 137.215 auf 126.235 Kontrakte (-8,2 Prozent) schrumpfte, gab es bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) einen Rückgang von 29.422 auf 26.531 Kontrakte (-9,8 Prozent) zu beklagen. Vor dem Wochenende rettete sich der Goldpreis nach einer zunächst schwächeren Wochentendenz in die Gewinnzone und verteuerte sich auf Wochensicht um 0,8 Prozent.
Hoffen auf neue Stützungsaktionen
Weil das Wirtschaftswachstum in China nachlässt, hoffen die Marktakteure auf geldpolitische Stützungsmaßnahmen der chinesischen Notenbank. Und auch aus den USA wünschen sich die Marktakteure mehr Unterstützung. Vielleicht liefert Fed-Chef Ben Bernanke bei seinem für diese Woche anberaumten Rechenschaftsbericht vor dem US-Kongress konkrete Hinweise hierfür. Das Vertrauen in Papiergeld wird angesichts der Schuldenkrise in Europa weiterhin angeschlagen bleiben. Investments in Gold dürften daher weiterhin getätigt werden, wenngleich die Euphorie derzeit etwas abklingt. Selbst im ETF-Sektor, wo sich erfahrungsgemäß eher langfristig orientierte Anleger engagieren, lässt das Interesse nach. So reduzierte sich zum Beispiel die gehaltene Goldmenge des weltgrößten Gold-ETFs SPDR Gold Shares innerhalb einer Woche um fast zehn Tonnen auf nunmehr 1.269,73 Tonnen. Nichtsdestotrotz wird der Stand zum Jahresultimo in Höhe von 1.254,57 Tonnen deutlich übertroffen.
Bildquellen: Julian Mezger