von Jörg Bernhard
Auch mit dem Open Interest, also der Anzahl offener Gold-Futures, ging es im Berichtszeitraum (14. bis 21. August) spürbar bergauf, und zwar von 388.187 auf 398.747 Kontrakte (+2,7 Prozent). Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten gab es aber einen deutlich stärkeren Zuwachs zu beobachten. Sie kletterte innerhalb einer Woche von 143.940 auf 171.222 Kontrakte (+19,0 Prozent). Dies stellte den stärksten Optimismus seit über drei Monaten dar. Die wachsende Zuversicht war vor allem auf die Aktionen der Kleinspekulanten (Non-Reportables) zurückzuführen. Diese bauten ihre Netto-Long-Position von 29.636 auf 40.538 Futures (+36,8 Prozent) besonders stark aus. Bei den Großspekulanten (Non- Commercials) kletterte die Netto-Long-Position hingegen lediglich von 161.435 auf 170.780 Kontrakte (+5,8 Prozent).
Charttechnisches Kaufsignal generiert
Der am aktivsten gehandelte Gold-Future erzielte in der abgelaufenen Woche einen Kursgewinn in Höhe von 3,3 Prozent und generierte dadurch gleich zwei charttechnische Kaufsignale. Zum einen wurden die bei 1.640 Dollar verlaufenden Widerstände mühelos überwunden und zum anderen übertraf der Goldpreis die bei 1.645 Dollar verlaufende 200-Tage-Linie. Chartorientierte Anleger interpretieren dies als klares Kaufsignal – vor allem auf lange Sicht. Positiv ist auch der Umstand zu werten, dass die langfristige Durchschnittslinie in den vergangenen Wochen nach oben drehte und dadurch ebenfalls einen Trendwechsel signalisierte. Die Hoffnung auf massive Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks waren für die jüngste Kursrally maßgeblich verantwortlich und haben dem sicheren Hafen Gold wieder zu einem eindrucksvollen Comeback verholfen.
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