08.02.2013 12:33
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Inflationsangst und indische Hochzeiten beeinflussen den Goldpreis

Gold-Serie Börse Stuttgart
Ob im Modehaus, bei einer Online-Auktion oder am Aktienmarkt: Überall sind Angebot und Nachfrage die wichtigsten Faktoren für den Preis. So ist es auch beim Gold.
Seit zehn Jahren steigt der Preis für das begehrte Edelmetall. Seit dem Jahr 2000 hat er sich versechsfacht. Doch welche Faktoren beeinflussen den Goldpreis im Detail? Auf der einen Seite ist es die Goldförderung, auf der anderen Seite hat vor allem die Schmucknachfrage großen Einfluss auf den Goldpreis – gefolgt von der Nachfrage im Investmentbereich und dem Goldbedarf in der Industrie.

Inflationsangst und Politik der Notenbanken fördern die Goldnachfrage

Die Nachfrage nach Gold als Anlageobjekt steht bei der Wirkung auf den Goldpreis zwar erst an zweiter Stelle, ihr Einfluss wird allerdings immer stärker. Dabei lässt auch die Inflationsangst das Interesse der Anleger an Goldinvestments steigen. Nach einer Umfrage der Börse Stuttgart vom November 2012 erwarten mehr als die Hälfte der Befragten eine steigende Inflation – 60,2 Prozent der Anleger sehen in Gold einen sinnvollen Schutz. Da Gold aufgrund seiner Wertbeständigkeit als sicheres Investment gilt, flüchten viele Anleger in Krisenzeiten in Gold – zum Beispiel durch Kauf von physischem Gold wie Münzen oder Barren oder durch Investments in ein Exchange Traded Commodity (ETC), das den Goldpreis abbildet und mit physischem Gold unterlegt ist. So lassen verstärkte Goldinvestments auch die Preise des Edelmetalls steigen.

Das Phänomen zeigt sich an der Entwicklung des Goldpreises seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Jahr 2000 notierte der Goldpreis, der pro Feinunze berechnet wird – das sind ungefähr 31,1 Gramm –, durchschnittlich bei 279,10 US-Dollar. Am 15. September 2008, beim Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers, waren es bereits 775 Dollar. Seinen bisherigen Höchststand erreichte der Goldpreis im Sommer 2011 mit rund 1.900 US-Dollar – zu dieser Zeit gab es erneut erhebliche Turbulenzen wegen der Staatsschuldenkrise in Europa.

Auch die Goldnachfrage der Notenbanken hat in den vergangenen Jahren zugenommen und den Goldpreis steigen lassen. Während die Notenbanken nach Angaben des World Gold Council von 1989 bis 2007 jährlich durchschnittlich 400 bis 500 Tonnen Gold auf den Markt warfen, verringerten sie den Verkauf seit Beginn der Finanzkrise und wechselten auf die Käuferseite.

Indiens Hochzeitssaison führt kurzfristig zu Preisspitzen

Doch Gold ist nicht nur als Anlage oder Sicherheitsreserve gefragt. Die Schmuckindustrie beansprucht einen großen Teil der weltweiten Goldproduktion: Im dritten Quartal 2012 entfiel mit 448,8 Tonnen von insgesamt 1084,6 Tonnen fast die Hälfte des globalen Goldbedarfs auf den Schmucksektor. Vor allem Indien und China sind hier Vorreiter: Allein Indien kaufte im Jahr 2011 ganze 933 Tonnen Gold – China 770 Tonnen Gold. Diese starke Nachfrage ist ein ausschlaggebendes Kriterium für den Goldpreis, da gerade wichtige Feiertage dieser Länder kurzfristig einen starken Einfluss auf die Nachfrage und damit auch auf den Preis des Edelmetalls haben. Vor allem im letzten Quartal des Jahres ist Indien ein Preistreiber: In der traditionellen Hochzeitssaison und beim Lichterfest Diwali kauft die indische Bevölkerung viel Gold – aber nicht als Reserve, sondern aus kulturellen Gründen. Ein wichtiger Aspekt, der mit allen genannten zusammenhängt, ist das besondere Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Gold. Eine steigende Goldnachfrage geht nicht gleichzeitig mit einem Anstieg des Angebots einher, da aufgrund langer Vorbereitungs– und Lieferzeiten die geförderte Goldmenge relativ stabil bleibt. Gold bleibt also trotz wachsender Nachfrage auch zukünftig ein wertvoller und seltener Rohstoff, dessen Preisentstehung sehr vielschichtig ist. Bei Interesse an Goldinvestments, ist es sinnvoll, die Einflussfaktoren des Goldpreises zu kennen. Da der Goldpreis in US-Dollar notiert, sollten Investoren außerhalb des Dollar-Raumes außerdem wissen, dass die Goldpreisentwicklung in der Heimatwährung von den Wechselkursen abhängt. Der Goldpreis steigt und fällt in diesem Fall mit dem Verhältnis von US-Dollar zu anderen Währungen.

Über die Börse Stuttgart
Als Marktführer im börslichen Handel für verbriefte Derivate in Europa und Unternehmensanleihen in Deutschland ist die Börse Stuttgart der führende europäische Börsenplatz für Privatanleger. Anleger können in Stuttgart Aktien, verbriefte Derivate, Anleihen, Fonds und Genussscheine effizient und preiswert handeln. Mit durchschnittlich rund 35 Prozent des Orderbuchumsatzes ist die Börse Stuttgart der führende deutsche Handelsplatz im intermediärgestützten Börsenhandel. Insbesondere im börslichen Handel mit Unternehmensanleihen ist Stuttgart Marktführer in Deutschland. Durch ein hybrides Marktmodell, das Handelsexperten in den elektronischen Handel einbindet, gewährleistet die Börse eine äußerst flexible und kosteneffiziente Orderausführung. Für größtmögliche Transparenz und ein Höchstmaß an Anlegerschutz wird der gesamte Handel durch die Handelsüberwachungsstelle als unabhängiges Börsenorgan überwacht. Um die Anleger optimal über die angebotenen Produkte zu informieren, bietet die Börse Stuttgart zahlreiche Bildungsmaßnahmen für Privatanleger, Berater und Interessierte an.
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