von Jörg Bernhard
Hierfür gibt es mehrere Anzeichen. Während nämlich das Kaufinteresse der Inder aufgrund des mehrwöchigen Juwelierstreiks und der schwachen Rupie spürbar beruhigt hat, nimmt der Appetit der Chinesen auf das gelbe Edelmetall deutlich zu. Dies belegen unter anderem die am Montag veröffentlichten Importzahlen. Mit 103,6 Tonnen floss von Hongkong 65 Prozent mehr Gold in Richtung Festland als im Vormonat. Da zuletzt diverse Konjunkturindikatoren auf eine sich abschwächende Wirtschaft in China hingedeutet haben, stellt sich nun eine Frage: Kaufen die Chinesen auch in Zukunft große Goldmengen. Global agierende spekulative Marktakteure waren in den vergangenen Wochen dadurch aufgefallen, dass sie den sicheren Hafen Gold verließen und lieber den Dollar ansteuerten. So reduzierte sich laut aktuellem COT-Report (Commitments of Traders) die kumulierte Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) seit dem 1. Mai von 178.003 auf 130.709 Kontrakte (-26,6 Prozent).
Am Dienstagnachmittag präsentierte sich der Goldpreis mit leichteren Notierungen. Bis gegen 14.35 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (August) um 9,20 auf 1.623,10 Dollar pro Feinunze.
US-Erdgas: Wetterberichte treiben Gaspreis
Die Prognose von überdurchschnittlich hohen Temperaturen für zahlreiche US-Metropolregionen hat dem gestrauchelten Erdgas wieder auf die Beine geholfen. Der Reflex ist nicht neu: Wenn es in den USA heiß wird, laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Und da viele Elektrizitätswerke mit Gas betrieben werden, gehen die Marktakteure von einer steigenden Nachfrage aus. Um die enormen Lagermengen wieder auf „normal“ schrumpfen zu lassen, müsste eine Hitzewell jedoch über Monate andauern.
Am Dienstagnachmittag präsentierte sich der Gaspreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 14.35 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige Future auf Henry-Hub-Erdgas um 0,003 auf 2445 Dollar pro mmBtu.