von Jörg Bernhard
Obwohl sich in Indien das physische Interesse an Gold auf dem absteigenden Ast befindet, tendierte der Goldpreis zuletzt dennoch in höhere Regionen. Der World Gold Council meldete am gestrigen Donnerstag, dass Indiens Goldnachfrage im Jahr 2012 um ein Drittel zurückgehen könnte. Schuld daran seien die eingetrübten Konjunkturperspektiven sowie der aufgrund der schwachen Rupie überdurchschnittlich hohe Goldpreis. Hoffnung machte den Akteuren an den Goldmärkten allerdings die schwachen US-Konjunkturdaten, die ein Eingreifen der Fed wieder wahrscheinlicher gemacht haben. Aus charttechnischer Sicht dürften nun die charttechnischen Widerstände im Bereich von 1.630 bis 1.640 Dollar die Ambitionen des Edelmetalls aber begrenzen.
Am Freitagvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 7.45 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 1,40 auf 1.617,80 Dollar pro Feinunze.
Platin: Blutige Unruhen treiben Preis
Der Ausbruch blutiger Unruhen in einer südafrikanischen Mine von Lonmin ließ den Platinpreis innerhalb von zwei Handelstagen um 50 Dollar anziehen. Marktakteure befürchten eine Ausweitung der Unruhen und einen dadurch bedingten Angebotsengpass. Ungefähr 80 Prozent der weltweiten Platinförderung stammt aus dem Land am Kap der guten Hoffnung. Einige Minen arbeiten derzeit aufgrund des gefallenen Platinpreises, gestiegener Produktionskosten und häufiger Stromausfälle mit Verlust. Eingetrübte Perspektiven sind auch auf den Umstand zurückzuführen, dass die Nachfrage aus dem Automobilsektor, wo ein großer Teil der Platinproduktion in Katalysatoren verarbeitet wird, stagnieren und dadurch zu einem Angebotsüberschuss führen könnte.
Am Freitagvormittag präsentierte sich der Platinpreis mit steigenden Notierungen. Bis gegen 7.45 Uhr (MESZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Platin (Oktober) um 10,90 auf 1.446,10 Dollar pro Feinunze.
Bildquellen: Julian Mezger