von Jörg Bernhard
Die signalisierte Bereitschaft Draghis, dass die EZB in unbegrenztem Maße Staatsanleihen angeschlagener Mitgliedsstaaten kaufen könnte, ließ deren Kurse steigen und ihre Renditen markant nach unten absacken. Ob das Rezept Draghis Linderung verschaffen wird, muss sich erst noch zeigen. In den USA blieb der ganz große Erfolg bislang aus. Investments in Gold machen vor dem Hintergrund gestiegener Inflationserwartungen daher weiterhin Sinn. Bundesbank-Chef Jens Weidmann und der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, halten von der Finanzierung von Krisenstaaten durch die EZB wenig bis gar nichts. Fürs erste scheint „die Kuh vom Eis zu sein“, in trockenen Tüchern ist das Projekt Eurorettung allerdings noch lange nicht.
Am Freitagvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 10,60 auf 1.695,00 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Arbeitsmarktdaten im Visier
Der deutlich stärker als erwartete Rückgang der gelagerten US-Ölmengen führte in Kombination mit der von der EZB erzeugten Jubellaune zu einem markanten Kurssprung nach oben. Die Befürchtung relativ schwacher US-Arbeitsmarktdaten bescherte dem Ölpreis am Freitag aber einen Dämpfer. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten soll die Arbeitslosenrate im August bei 8,3 Prozent stagnieren und die Zahl neu geschaffener Jobs von 163.000 (Juli) auf 125.000 zurückgehen. Für Ben Bernanke stellt der schwache Arbeitsmarkt ein großes Problem dar. Die Chance auf geldpolitische Schützenhilfe bleibt daher weiterhin relativ groß.
Am Freitagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,33 auf 95,20 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,15 auf 113,34 Dollar zurückfiel.