von Jörg Bernhard
Weil die Europäer wahrscheinlich durch ein längeres Tal der Tränen zu gehen haben, dürfte das ungewisse Schicksal des Euro dennoch zu einem anhaltend hohen Nachfrageinteresse bei Gold führen. Selbst Notenbanken agieren derzeit als Nettokäufer. Der World Gold Council gab sich gestern optimistisch, dass die Notenbanken auch in diesem Jahr (zum dritten Mal in Folge) mehr Gold kaufen werden als im Vorjahr. 2011 entzogen sie dem Goldmarkt 465 Tonnen. Die kurzfristige Richtung des Goldpreises hängt im Wesentlichen aber vom Tenor der heutigen Fed-Termine ab. Die Zinsentscheidung soll um 18.30 Uhr veröffentlicht werden, um 20.00 Uhr folgt die Prognose der Fed-Leitzinsen und um 20.15 Uhr startet das Interview mit Ben Bernanke. Danach könnte sich die Dynamik des Goldpreises wieder verstärken – Tendenz offen.
Am Mittwochnachmittag präsentierte sich der Goldpreis mit fallenden Notierungen. Bis gegen 15.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (August) um 15,10 auf 1.608,10 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: EIA-Wochenbericht im Anmarsch
Beim Ölpreis lässt sich derzeit allenfalls eine Bodenbildung feststellen. Weil der Verkaufsdruck bei der Nordseemarke Brent derzeit stärker ausgeprägt ist, hat sich der Spread zwischen WTI und Brent auf nur noch 11,36 Dollar reduziert. Am Nachmittag heißt es dann wieder: Aufpassen. Dann steht nämlich der Wochenbericht des US-Energieministeriums zur Bekanntgabe an. Schlechte Laune verbreitete der am Dienstagabend veröffentlichte Bericht des American Petroleum Institute, der für den Nymex-Lieferpunkt (Cushing, Oklahoma) einen Anstieg um 625.000 Barrel meldete. Damit herrscht weiterhin ein physisches Überangebot an Rohöl.
Am Mittwochnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 15.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt (Juli) um 0,46 auf 83,57 Dollar, während sein Pendant auf Brent (August) um 0,83 auf 94,93 Dollar zurückfiel.