von Jörg Bernhard
Am Mittwoch beginnt die traditionelle Hochzeitssaison in Indien. Goldschmuck und Goldgeschenke erfreuen sich in dieser Zeit einer besonders regen Nachfrage. Diese könnte bis Ende November anhalten. Erstmals seit drei Jahren soll in diesem Jahr die Goldnachfrage aus Indien zurückgehen. Daran dürfte auch ein theoretisch möglicher Boom im vierten Quartal wenig ändern. Überdurchschnittlich hohe Goldpreise haben die Inder „vergrätzt“, langfristig orientierte ETF-Investoren ließen sich davon bislang nicht abhalten. Sie gehen offenbar davon aus, dass das gelbe Edelmetall weiteres Aufwärtspotenzial besitzt. Nimmt man das Rekordhoch der 80er-Jahre als Basis, müsste der Goldpreis bereinigt um die Inflation bei deutlich über 2.000 Dollar notieren.
Am Freitagnachmittag präsentierte sich der Goldpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 15.00 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 7,70 auf 1.737,00 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Erholt ins Wochenende
Der Ölhandel ist derzeit von einer gewissen Richtungslosigkeit und erheblicher Nervosität geprägt – es fehlt ein klarer Trend. Dies liegt vor allem daran, dass sich von der Konjunkturfront positive wie negative Meldungen in etwa die Waage halten. Zudem fällt auf, dass sich WTI-Futures in einer Contangophase befinden, während die Nordseemarke Brent Backwardation aufweist. Kontrakte mit einer 12 Monate längeren Laufzeit sind bei Brent 5,7 Prozent günstiger, während sie bei WTI 2,5 Prozent mehr kosten. Vor dem Wochenende steht in den USA noch ein wichtiger Termin zur Bekanntgabe an: die Septemberverkäufe existierender US-Eigenheime. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten soll diese von 4,82 auf 4,75 Millionen Einheiten sinken.
Am Freitagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit erholten Notierungen. Bis gegen 15.00 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt (November) um 0,23 auf 92,32 Dollar, während sein Pendant auf Brent (Dezember) um 0,37 auf 112,79 Dollar anzog.
Bildquellen: Julian Mezger