von Jörg Bernhard
Im Tief rutschte der Goldpreis am gestrigen Donnerstag auf 1.704,50 Dollar ab. Europäer sind trotz Eurokrise mit Blick auf das gelbe Edelmetall nicht mehr ganz so kauffreudig wie in den vergangenen Quartalen. Dabei dürfte die wirtschaftliche Schwäche ein wichtiger Faktor gewesen sein. Die Nachfrage aus Indien und China befindet sich hingegen auf dem Vormarsch. Ihr Anteil an der globalen Goldnachfrage stieg von 46 Prozent (Q3 2011) auf aktuell 55 Prozent an. Die europäische Nachfrage von Goldschmuck, -barren und –münzen fiel hingegen von 140,1 auf 71,5 Tonnen zurück. Nach wie vor bevorzugen Goldinvestoren vor allem Münzen und Barren. Mit 293,9 Tonnen fiel das Interesse in diesem Bereich – verglichen mit dem ETF-Sektor (136,0 Tonnen) – mehr als doppelt so hoch aus. Der Bericht des World Gold Council mag zwar eine Enttäuschung gewesen sein, ein genereller Trendwechsel dürfte er jedoch nicht auslösen, schließlich haben sich die Staatsschuldenkrisen dies- wie jenseits des Atlantiks eher zum Negativen als zum Positiven entwickelt.
Am Freitagvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 1,10 auf 1.712,70 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: US-Wirtschaft leidet unter Sandy
Die gestrigen Konjunkturdaten aus den USA fielen ausnahmslos schlechter als erwartet aus. Sowohl der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt als auch der Konjunkturausblick der Philadelphia litt unter Hurrikan „Sandy“ und enttäuschte auf der ganzen Linie. Vor diesem Hintergrund mag man den leichten Rücksetzer des Ölpreises fast schon als relative Stärke interpretieren.
Am Freitagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit gehaltenen Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt (Dezember) um 0,18 auf 85,27 Dollar, während sein Pendant auf Brent (Januar) um 0,04 auf 108,05 Dollar anzog.
Bildquellen: iStock