von Jörg Bernhard
Seit Mitte Mai gab es vor allem an den Terminmärkten einen Run auf Gold festzustellen. So erhöhte sich die kumulierte Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) seither von 138.917 auf 158.790 Futures (+14,3 Prozent). Weil der Austritt Griechenlands aus der Eurozone und damit die Zahlungsunfähigkeit des Landes erst einmal abgewendet worden ist, hat sich die Hoffnung massiver Stützungsaktionen durch die internationalen Notenbanken in Luft aufgelöst. Doch: Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. Am Mittwoch steht die US-Notenbank Fed im Mittelpunkt des Interesses der Finanzmarktakteure. Dann könnte auch der Goldpreis von den Statements der Notenbanker betroffen sein.
Am Montagnachmittag präsentierte sich der Goldpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 14.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (August) um 8,70 auf 1.619,40 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Hochspannung beim RSI
Der Ölpreis präsentierte sich im frühen Handel mit anziehenden Notierungen, drehte danach aber wieder in die Verlustzone. Investoren begrüßten zwar den Wahlausgang in Griechenland, gingen danach aber wieder zur Tagesordnung über und blickten bereits auf das nächste, deutlich größere Problemland: Spanien. Sorgen um die Finanzlage des Landes sorgten angesichts rekordhoher Zinsen für schlechte Laune. Spannung pur gibt es auch beim Blick auf die Ölpreischarts. Sowohl die Nordseemarke Brent als auch die US-Sorte WTI versucht sich derzeit an einer Bodenbildung und deutet mit Blick auf den Timingindikator RSI (noch) auf eine überverkaufte Situation hin. WTI könnte allerdings in Kürze die Marke von 30 Prozent überwinden und dadurch ein charttechnisches Kaufsignal auslösen.
Am Montagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 14.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt (Juli) um 1,21 auf 82,82 Dollar, während sein Pendant auf Brent (August) um 1,45 auf 96,16 Dollar zurückfiel.