von Jörg Bernhard
Am Wochenende wurde gemeldet, dass die chinesischen Exporte im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Prozent angestiegen sind. Von Bloomberg befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 5,5 Prozent gerechnet. Dadurch ist die Chance auf geldpolitische Unterstützung durch die chinesische Notenbank spürbar gesunken. Doch die Hoffnung, dass Notenbanken rund um den Globus quantitative Lockerungsmaßnahmen durchführen werden, war für die seit Sommer zu beobachtende Kursrally des Goldpreises maßgeblich verantwortlich.
Aus charttechnischer Sicht wird es nun etwas ungemütlicher, da im Bereich von 1.740 Dollar eine signifikante Unterstützungszone verläuft. Sollte sie nicht verteidigt werden, drohen chartinduzierte Verkäufe.
Am Montagvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit fallenden Notierungen. Bis gegen 7.45 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 13,30 auf 1.746,40 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Rückwärtsgang eingelegt
Die von der iranischen Regierung in Aussicht gestellten Zugeständnisse im Atomstreit mit dem Westen, haben den Ölpreis unter Druck gebracht. Offensichtlich scheinen die Sanktionen der Europäer angesichts des massiven Preisverfalls der iranischen Währung ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Die Probleme zwischen Syrien und der Türkei traten dabei etwas in den Hintergrund. Zusammen mit der weniger dynamisch wachsenden globalen Nachfrage und erwarteter Produktionszuwächse im Mittleren Osten und in den USA droht nun vor allem der Nordseemarke Brent eine technische Korrektur, falls die Mullahs tatsächlich einlenken sollten. Die EU-Außenminister wollen auf ihrem heutigen Treffen in Luxemburg Schlupflöcher schließen und ihre Sanktionen verschärfen.
Am Montagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 7.45 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,80 auf 91,06 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,73 auf 113,89 Dollar zurückfiel.
Bildquellen: Julian Mezger