von Jörg Bernhard
Da für Ben Bernanke die Situation am US-Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung für die künftige Geldpolitik ist, spekulieren die Marktakteure nun auf weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen. Anders ausgedrückt: Die Notenpresse könnte möglicherweise erneut angeworfen werden. Und das spricht traditionell für das gelbe Edelmetall, zumal den Anlegern angesichts minimalster Zinsen bei Staatsanleihen bester Bonität nur geringe Opportunitätskosten entstehen. Vor diesem Hintergrund scheint die im Mai zu beobachtende Dollarstärke wohl etwas übertrieben gewesen zu sein. Auf Monatssicht verbuchte er gegenüber dem Euro einen Kursgewinn von über sechs Prozent, was sich an den Devisenmärkten als mittelschweres Erdbeben interpretieren lässt. Für einige Terminmarktakteure kam die Goldpreisrally zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, da viele zuletzt auf einen fallenden Goldpreis gewettet hatten und nun einem Short-Squeeze zum Opfer fielen.
Am Montagvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit anziehenden Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (August) um 4,90 auf 1.627,00 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Stark überverkauft
Der Ölpreis präsentierte sich – nach dem Freitagsminus in Höhe von 3,8 Prozent (WTI) bzw. 3,4 Prozent (Brent) – erneut schwach. Weil im Mai statt der erwarteten 150.000 lediglich 69.000 Jobs geschaffen wurden, reagierten die Investoren fast schon panikartig. Aus charttechnischer Sicht deutet der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit Werten unter 20 Prozent auf eine stark überverkaufte Situation hin. Angesichts der miserablen Stimmung kann ein Rückschlag auf das bei 78 Dollar verlaufende 52-Wochentief nicht mehr ausgeschlossen werden.
Am Montagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit schwachen Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 1,71 auf 81,52 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,68 auf 96,75 Dollar zurückfiel.
Bildquellen: Julian Mezger