von Andreas Höß, €uro am Sonntag
Goldförderer sind ähnlich wie Ölkonzerne ständig auf der Suche nach neuen Vorkommen. Ist eine Mine ausgebeutet, muss die nächste her. Notfalls kauft man einfach von Konkurrenten zu oder übernimmt diese kurzerhand. Wer am Goldmarkt zu zögerlich agiert, wird abgestraft.
Kinross (ISIN: CA 496 902 404 7) war nie zögerlich. Die Kanadier gehören zu den größten Goldförderern der Welt und haben seit ihrer Gründung 1993 über 14 Milliarden US-Dollar für Übernahmen ausgegeben. Die acht Milliarden Dollar teure Akquisition von Red Back und seiner Tasiast-Mine in Mauretanien im September 2010 könnte Kinross nun zum Verhängniss werden. Denn die Vorkommen dort sind laut Datendienst Bloomberg nur ein Drittel des Kaufpreises der Mine wert.
Nun kommen hohe Abschreibungen auf Kinross zu. Die Unternehmensführung habe mit ihrem Expansionskurs versagt, glauben Analysten. Die Aktionäre sehen das ähnlich. Der Börsenwert von Kinross hat sich seit der Übernahme halbiert und liegt nun ein Viertel unter dem Buchwert. So günstig ist kein Konkurrent bewertet. Das macht Kinross zu einem potenziellen Übernahmekandidaten. „Die Haie werden davon angelockt“, meint Minenexperte Keith Wirtz von Fifth Third Asset Management in den USA.
Interessant ist Kinross etwa für den Branchenprimus Barrick Gold (CA 067 901 108 4), der sich die Übernahme leisten könnte. Auch Polyus Gold (RU 000 A0J NAA 8) und Newmont Mining (US 651 639 106 6) könnten interessiert sein. Newmont ist bereits in Westafrika aktiv, dem Goldkonzern fehlen aber Projekte mit Wachstumspotenzial.
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