Am Mittwoch kletterte der Kurs für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls auf 1.779,10 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten. Analysten erwarten weiteren Auftrieb.
Ursache für die Gewinne zur Wochenmitte war nach Einschätzung von Experten die Entscheidung der Bank of Japan, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen. Investoren fürchten, dass die massive Liquidität, die Zentralbanken in die Finanzmärkte pumpen, langfristig den Geldwert verwässern.
Seit Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), am 26. Juli ein erneutes Anleihekaufprogramm in Aussicht gestellt hat, legte der Goldpreis um zehn Prozent zu. Mittlerweile hat die EZB neue Anleihekäufe zugunsten von Euro-Krisenländern - notfalls in unbegrenztem Ausmaß - beschlossen. In der vergangenen Woche zog die US-Notenbank Fed mit einer dritten Runde der geldpolitischen Lockerung nach und nun die japanische Notenbank. Auch die Bank of England verfolgt schon lange einen extrem expansiven Kurs.
Viele Analysten rechnen damit, dass Gold angesichts der Geldflut der Notenbanken als Inflationsschutz gefragt bleiben wird. Experten der italienischen Großbank Unicredit erwarten, dass das im September 2011 erreichte Rekordhoch von rund 1.921 Dollar spätestens im dritten Quartal 2013 eingestellt wird. Die Commerzbank rechnet damit sogar schon Anfang kommenden Jahres.
"Wegen der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken werden Investoren weiter auf Gold setzen", sagte Commerzbank-Experte Carsten Fritsch im Interview der "Financial Times Deutschland" (FTD). Wenn es in den nächsten Wochen zu Preisrückgängen kommt, sollten Anleger diese zum Kauf nutzen, rät Fritsch. "Langfristig dürfte der Goldpreis nämlich alle Rekorde brechen."
LONDON/FRANKFURT (dpa-AFX)
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