08.01.2013 17:30
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Kupfer & Co: Neues Jahr, neue Stimmung

Neues Jahr, neue Stimmung
Industriemetalle
Noch vor wenigen Monaten standen die meisten Rohstoffe heftig unter Druck. Bessere werdende Konjunkturdaten lassen die Preise nun aber wieder steigen.
€uro am Sonntag

von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Es war ein Raketenstart, den die Märkte zu Jahresbeginn hinlegten. Gute Konjunkturaussichten und die vorübergehende Lösung des Fiskalklippen-Problems in den USA haben die Stimmung bei Anlegern angeheizt. Von den guten Nachrichten profitierten auch die Preise für Industriemetalle: Der LMEX-Index der Londoner Metallbörse legte Ende vergangener Woche um knapp vier Prozent zu und stieg damit auf den höchsten Stand seit September.

Dabei war aus der Branche kürzlich eine Schreckensmeldung nach der anderen zu vernehmen. Kurz vor Weihnachten teilte der brasilianische Bergbaukonzern Vale die Abschreibung von rund 4,2 Milliarden Dollar auf eine Nickelmine sowie einen Teil seines Aluminiumgeschäfts mit. Während bei dem Nickelprojekt vor allem technische Probleme Grund für die Abschreibung waren, begründete das Unternehmen die Korrektur im Aluminiumgeschäft mit dem Preisverfall des Metalls. Seit 2011 sind die Notierungen um rund ein Viertel zurückgegangen und liegen zurzeit bei knapp über 2.000 Dollar je Tonne. Ursache für die gesunke­nen Preise ist Überproduktion, nachdem die Nachfrage bis September wegen trüber Konjunkturaussichten drastisch zurückgegangen war.

Auch aus der Stahlbranche kamen negative Schlagzeilen: Thyssen­Krupp verkündete einen Verlust von fünf Milliarden Euro und damit den größten Fehlbetrag in der Firmengeschichte. Das italienische Stahlwerk Ilva musste nach mehreren Umweltskandalen von der Regierung übernommen werden. Und ArcelorMittal, der größte Stahlkonzern der Welt, der mittlerweile EU-Finanz­hilfen erhält, musste kurz vor Weihnachten 4,3 Milliarden Dollar auf sein Europa-Geschäft abschreiben.

Überkapazitäten in China
Der Alte Kontinent ist die Achillesferse der Stahlindustrie. Während die Wirtschaft in Asien und auch in den USA wieder in Schwung gekommen ist, sah es in Europa im vergangenen Jahr wegen der anhaltenden Schuldenkrise düster aus. Eurofer, der Verband der europäischen Stahlproduzenten, meldete für 2012 einen Rückgang der Nachfrage um neun Prozent. Grund sei vor allem die gesunkene Produktion in den Stahl verbrauchenden Sektoren gewesen. Experten gehen davon aus, dass die europäische Nachfrage auch 2013 weiter sinken wird. Einziger Lichtblick ist Deutschland. Dort soll der Bedarf um zwei Prozent auf knapp 40 Millionen Tonnen steigen.

Dominiert wird der Markt jedoch von China. Mit über 600 Millionen Tonnen fragt das Land mehr als ein Drittel des weltweit benötigten Stahls nach — und anders als in ­Europa wächst dort der Bedarf: Experten rechnen mit einer Zunahme der Nachfrage um 4,1 Prozent auf 666 Millionen Tonnen. Treiber sind die sich erholende Bau-, Maschinenbau- und Autoindustrie. Ob mit der steigenden Nachfrage auch die Preise stark anziehen, ist fraglich. Denn seit Jahren liegt die weltweit produzierte Menge über dem tatsächlichen Bedarf, sodass zwar die Stahlnotierung nur begrenztes Aufwärtspotenzial hat, das zur Stahlproduktion nötige Eisenerz jedoch kräftig vom Stimmungsumschwung profitiert. Der Rohstoff legte seit September um über 60 Prozent zu.

Auch andere Metalle sind Nutz­nießer der besseren Wirtschaftsaussichten für die USA und Asien. So bestehen bei Kupfer seit drei Jahren Engpässe, was zu einem starken Preisanstieg führen könnte. Anleger, die in Industriemetalle investieren wollen, sollten sich jedoch breit positionieren und zum Beispiel auf den ETFS Industrial Metals DJ UBS CISM (ISIN: DE 000 A0K RKG 7) setzen. Dieser spiegelt die Preisbewegungen von Aluminium, Kupfer, Nickel und Zink wider.

Bildquellen: Shchipkova Elena / Shutterstock.com
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