finanzen.net: Vor rund einem Jahr hatten Sie prophezeit, dass 2011 das letzte Jahr für die Europäische Gemeinschaftswährung Euro sein wird. Nun haben wir 2012 und der Euro existiert immer noch...
Walter K. Eichelburg: Ja, der Euro existiert immer noch, erhalten durch extreme Notmaßnahmen und Gelddrucken. Denn ein Euro-Crash wird das Welt-Finanzsystem auslöschen und die derzeitigen Eliten von der Macht vertreiben. Aber er kommt sicher, vermutlich noch dieses Jahr.
finanzen.net: Wo sehen Sie den Goldpreis in einem Jahr – mit und ohne Euro-Szenario?
Walter K. Eichelburg: Sollte der Euro in einem Jahr noch existieren, was unwahrscheinlich ist, kann man erwarten, dass auch die derzeitige Goldpreisdrückung noch funktioniert. Ein Goldpreis von etwa $2000/oz ist dann realistisch. Bei dem eher wahrscheinlichen Euro- und Systemcrash ist jeder Goldpreis vorstellbar, vermutlich jenseits über $20000/oz. Gold ist also die Versicherung gegen Euro- und Systemcrash. Daher deckt sich das Smart Money schon Jahre damit ein.
finanzen.net: Die Krisenangst lässt die Anleger hierzulande immer mehr in sichere Anlagen flüchten. Gut 40 Prozent des Geldvermögens wird als Spar-, Sicht-, Termineinlagen und Bargeld gehalten. Wieso hat ihrer Meinung nach ausgerechnet das als "sicherer Hafen" angesehene Edelmetall Gold mit einem Preisverfall zu kämpfen?
Walter K. Eichelburg: Das bei Gold/Silber ist kein Preisverfall, sondern bewusste Preismanipulation durch Zentralbanken und Grossbanken - die Goldpreisdrückung. Man will damit den Anschein erwecken, das Gold kein Ziel für eine Flucht aus dem Geld sein kann. Die Vermögensverwalter und auch die Sparermasse glauben es - noch.
finanzen.net: Was entgegnen Sie Menschen die behaupten, Gold sei nur in guten Zeiten etwas wert, während in Krisenzeiten Güter mit Nutzwert gefragt sind, zu denen das Edelmetall nicht zählt?
Walter K. Eichelburg: Gold ist das Geld seit 3000 Jahren, wo der Wert im Geld selbst drinnen ist. Daher steigt Gold in Krisenzeiten wie schon seit einigen Jahren im Preis. Die Cleveren wissen das und gehen in Gold, die Masse glaubt noch an das überdruckte, real wertlose Papier, auch genannt Währungen.
finanzen.net: Ihrer Meinung nach – wo schwelt der nächste Krisenherd in Europa?
Walter K. Eichelburg: Der aktuelle Gross-Krisenherd ist Spanien mit seinen bankrotten Banken. Die nächsten Krisenherde sind Italien und Frankreich. Wenn es diesen Staaten auch so ergeht wie heute Spanien, dann ist der Euro nicht mehr zu halten.
finanzen.net: Welche Produkte würden Sie unseren Lesen in der aktuellen Marktlage empfehlen?
Walter K. Eichelburg: Papierprodukte kann ich gar keine empfehlen, denn diese gehen in einem grossflächigen Bankencrash mit den Banken unter. Es bleiben nur mehr Gold, Silber und für Millionäre eventuell auch Agrarland und Wald (aber im eigenen Besitz, nicht als Papier).
finanzen.net: Vielen Dank für das Gespräch.
Dipl. Ing. Walter K. Eichelburg beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Geld- und Investmentfragen und ist Autor zahlreicher Artikel auf dem Finanzsektor. Seine Website www.hartgeld.com wurde 2006 gegründet und ist nach eigenen Angaben das meistgelesene Gold- und Krisenportal im deutschsprachigen Raum.
So haben Rohstoffe im zweiten Quartal performt:
Platz 36: Orangensaft
-24,07 Prozent