21.06.2013 12:30
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Gold & Silber: Preisanstieg trotz Gegenwind

Edelmetalle: Preisanstieg trotz Gegenwind
Interview
Der Absturz der Gold- und Silbernotierung im April hat die Märkte überrascht. Die Preise werden aber wieder anziehen, sagt Rohstoffexperte Martin Arnold.
€uro am Sonntag

von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Als im April der Goldpreis um fast 15 Prozent eingebrochen ist, riefen viele das Ende des Goldbooms aus. Über die Zukunft des Edelmetalls sprach €uro am Sonntag mit Martin Arnold. Der Australier ist Rohstoffanalyst bei ETF Securities, einem der größten Anbieter börsengehandelter Investmentprodukte auf Rohstoffe.

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€uro am Sonntag: Nach dem ­Einbruch des Goldpreises herrscht Unsicherheit, wie es mit dem Edelmetall weitergeht. Wo sehen Sie den Goldpreis Ende des Jahres?
Martin Arnold:
Wir erwarten, dass der Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte 2013 über dem aktuellen Niveau liegen wird — auch wenn es kurzfristig Gegenwind durch steigende Zinsen gibt. Wenn sich die Erwartungen an ein Zurückfahren der lockeren Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank Fed auflösen, dürften die Preise wieder steigen.

Viele Volkswirtschaften gewinnen wieder an Fahrt. Ist ein steigender Goldpreis vor dem Hintergrund nicht eher unwahrscheinlich?
Das steigende Zinsniveau, die vermeintliche Beruhigung in der Eurozone und Spekulationen, dass die Fed noch dieses Jahr ihr Anleihekaufprogramm beendet, all das spricht theoretisch gegen einen Anstieg des Goldpreises. Allerdings ist das aus meiner Sicht alles nicht in Stein gemeißelt, sondern Spekulation. Ich glaube nicht, dass die Fed ihre geldpolitischen Maßnahmen noch dieses Jahr beenden wird. Zudem sind Szenarien eingepreist, die ich für relativ unrealistisch halte.

Welche zum Beispiel?
Der jüngste Preissturz fußt hauptsächlich auf Gerüchten, dass die ­Notenbanken der Euro-Peripherieländer, allen voran Zypern, zum Schuldenabbau ihre Goldreserven verkaufen könnten. Aber die Notenbanken sind auch 2013 Nettokäufer von Gold und ich erwarte nicht, dass sie dies in nächster Zeit ändern.

Warum nicht?
Angesichts der Schuldenberge sind die Goldvorräte relativ gering. Es würde nicht viel zum Schuldenabbau beitragen.

Silber ist ebenfalls eingebrochen. Wie sind die weiteren Aussichten in dem Bereich?
Silber korreliert mit Gold. Dabei sind beide Metalle recht unterschiedlich. Gold dient der Wertaufbewahrung. Silber spielt in der Industrie eine große Rolle. Wir gehen davon aus, dass sich die Korrelation mit Gold in den nächsten Monaten auflösen wird. Denn dank der anziehenden Konjunktur vor allem in den USA und Asien wird Silber wieder stärker gefragt sein. Das treibt die Preise.

Platin und Palladium schlagen sich ganz gut. Wie ist Ihre Prognose hierfür?
Beide Metalle sind mit Blick auf die Angebotsseite interessant. Es gibt nur wenige Produzentenländer, die das Angebot bestimmen. Oft kommt es zu Engpässen, etwa durch Streiks wie in den südafrikanischen Minen. Wir erwarten bei beiden Metallen dieses Jahr ein Angebotsdefizit.

Welches Edelmetall ist am ­lukrativsten?
Palladium. Hier trifft das knappe Angebot auf eine hohe Nachfrage. Palladium wird vor allem in Katalysatoren für Benzinmotoren genutzt und profitiert vom boomenden Automarkt in den USA und Asien. Die Notierungen dürften also steigen. Platin, das eher in Dieselkatalysatoren verwendet wird, ist wegen seiner Abhängigkeit vom europäischen Automarkt nicht ganz so attraktiv.

Bildquellen: Pete Saloutos / Shutterstock.com
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