05.10.2012 12:00
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Starinvestor Hambro: "Wir sind auf einem Kreuzzug"

Evy Hambro fordert von Goldminen höhere Dividenden
Interview
Man nennt ihn „Goldfinger“ oder den „Golden Boy“: Evy Hambro investiert Milliarden in Gold- und Rohstoffminen. Während Gold gefragt ist, waren Minenaktien zuletzt ein Ladenhüter — das spürten auch Hambros Fonds.
€uro am Sonntag

von Andreas Höss, Euro am Sonntag

€uro am Sonntag: Herr Hambro, Gold ist ­gefragt, Minenaktien weniger. Woran liegt das?
Evy Hambro:
Aktien von Goldproduzenten hatten zwei schlechte Jahre. Das ist frustrierend. Denn wegen des hohen Goldpreises machen die Minen gute Gewinne. Aber die Anleger sind ­risikoscheu. Sie sehen vor allem Probleme wie Streiks, Auflagen und Förderkosten. Die Minen­betreiber tun zu wenig, um das zu ändern.

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Was müssten sie denn tun?
Ihr Management verbessern. Wir führen einen Kreuzzug, dass Minenbetreiber höhere Dividenden zahlen. Mit Erfolg, die Ausschüttungen sind gestiegen. Aber da ist noch Luft nach oben.

Höhere Dividenden? Fehlt dann nicht Geld für ­Investitionen und neue Projekte?
Die großen Konzerne haben viele Minen geöffnet, ohne die Produktion zu steigern. Früher glitzerte das Gold in der Sonne, heute muss man in instabile Regionen gehen und drei Kilometer tief graben. Das dauert und ist riskant. Die Produzenten sollten sich auf ihre ertragreichen Minen konzen­trieren statt auf neue Projekte, die wenig bringen.

Das Rohstoffgeschäft gilt als riskant und schmutzig. Zuletzt gab es blutige Streiks in Südafrika.
Ja, das war fürchterlich. Letztlich ist das auch ein Zeichen für schlechtes Management. Wir investieren deshalb vor allem in Unternehmen, die solche Probleme nicht haben. Trotzdem: Minen verändern zwar die Landschaft, aber sie müssen nicht zwangsläufig schmutzig sein.

Wegen all dieser Risiken ist es doch sinnvoll, auf Barren und ETFs statt auf Goldaktien zu setzen.
Auf den ersten Blick schon. Aber Barren und Gold-ETFs schütten keine Dividenden aus. Minenaktien tun das, und die Dividenden steigen. Gemessen am Goldpreis haben die Produzenten viel Aufholpotenzial. In den vergangenen drei Monaten haben sie schon stärker zugelegt als die Notierungen für das Edelmetall. Goldaktien zu kaufen ist deshalb sinnvoll: Es ist ein Goldinvestment, das zusätzlich stetige Ausschüttungen einbringt.

Bildquellen: Julian Mezger

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