30.05.2013 09:09

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MÄRKTE EUROPA/Konsolidierung geht weiter - Gold steigt kräftig


   Die europäischen Börsen werden am Donnerstag mit negativen Vorzeichen erwartet. Zwar konnten sich die US-Börsen am Vortag zum Handelsende von ihren Tagestiefs etwas erholen, gleichwohl gingen sie mit Verlusten aus dem Tag. Für Verunsicherung sorgt aber vor allem die japanische Börse. Dort ist der Nikkei-Index exakt eine Woche nach seinem Absturz um über 7 Prozent um weitere gut 5 Prozent eingebrochen auf deutlich unter 14.000 Punkte.

   Im Frankfurter Spezialistenhandel gibt der Dax vorbörslich 0,3 Prozent auf 8.315 Punkte nach. Der Euro-Stoxx-50 wird dagegen unverändert erwartet. "Das Momentum - also die Dynamik - weist nach unten", sagt Aktienstratege Chris Weston von IG. Die Anfälligkeit der Kurse für Ausschläge, gemessen am VDAX, liegt unterdessen nur knapp unter dem Hoch von Mitte April. Das dünne Feiertagsgeschäft dürfte die Volatilität eher noch erhöhen, befürchten Marktteilnehmer.

   Der Euro verteidigt sein am Vortag deutlich erhöhtes Niveau zum Dollar und kostet 1,2969 Dollar. Teilnehmer sprechen hier vor allem von Gewinnmitnahmen im Dollar nach der jüngsten Rally.

   Immer mehr in den Blick gerät der Anleihemarkt. "Der Zinsanstieg ist nun endgültig in den Köpfen der Anleger angekommen", sagt ein Händler. Am Mittwoch waren die Renditen zehnjähriger deutscher, italienischer und spanischer Staatsanleihen deutlich angestiegen. Die Kurse gaben entgegengesetzt nach. Grund waren erneute Spekulationen über einen schnellen Ausstieg der US-Notenbank aus ihrer expansiven Geldpolitik. Gefahr für Bundesanleihen droht Händlern zufolge zudem von der Inflation nach den überraschend hoch ausgefallenen deutschen Inflationsdaten vom Mittwoch.

   Die Verunsicherung der Teilnehmer angesichts der ins Stocken geratenen Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten dürfte neben der Schwäche des Dollar mit ein Grund dafür sein, dass der Goldpreis eine deutliche Bewegung nach oben zeigt und dabei auch die 1.400er Marke geknackt hat. Aktuell kostet die Feinunze 1.410 Dollar und damit rund 17 Dollar oder 1,2 Prozent mehr als im US-Geschäft. Gold gilt bei vielen Akteuren weiter als sicherer Anlagehafen in Krisenzeiten.

   Am deutschen Aktienmarkt sehen Händler das Papier von Evonik unter Druck, nachdem der Spezialchemiekonzern nur ein Monat nach dem Börsengang den Finanzvorstand auswechselt. Im Frühhandel gibt der Kurs um ein halbes Prozent nach. Nomura hat die Aktie der Allianz auf ihre Kaufliste gesetzt, was sich bislang im Kurs nicht widerspiegelt. Für Rückenwind bei den Autowerte könnte eine Studie von Goldman Sachs sorgen. Darin äußern sich die Analysten positiv zum europäischen Autosektor und erhöhen durch die Bank die Kursziele. Der Zielkurs für VW liegt nun bei 224 nach 207 Euro zuvor. Linde, Deutsche Post und Vossloh werden mit Dividendenabschlägen gehandelt.

   Frische Impulse könnten von Wirtschaftsdaten aus der Eurozone sowie von Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum und zum US-Arbeitsmarkt am Nachmittag ausgehen. Die Analysten der Credit Agricole rechnen damit, dass die Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal in den USA in der anstehenden zweiten Lesung etwas nach unten revidiert werden.

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.03 Uhr EUR/USD 1,2975 +0,3% 1,2941 1,2943 EUR/JPY 130,4912 -0,3% 130,8750 130,5949 EUR/CHF 1,2433 -0,1% 1,2450 1,2444 USD/JPY 100,5215 -0,6% 101,1335 100,9210 GBP/USD 1,5176 +0,3% 1,5128 1,5118 Kontakt zur Autorin: isabel.gomez@dowjones.com

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