23.08.2013 18:32
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MÄRKTE EUROPA/Zinsen runter, Gold und Euro hoch mit Fed-Signal

Von Herbert Rude Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt haben die Märkte am Freitagnachmittag kräftig durcheinander gewirbelt. Der Goldpreis stieg bis knapp an die Marke von 1.400 Dollar je Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Der Euro kämpft nun wieder mit der Marke von 1,34 Dollar. "Die schwachen Neubauverkäufe sind ein starkes Signal an die US-Notenbank Fed, welchen Schaden die steigenden Zinsen am Immobilienmarkt bereits angerichtet haben", sagte ein Händler. Er erwartet, dass die Anhänger einer weniger lockeren Geldpolitik nun gebremst werden. Die Neubauverkäufe sind im Juli annualisiert um gut 13 Prozent zurückgegangen und lagen damit fast 20 Prozent unter den Erwartungen.

   Die US-Notenbank hat bei ihrer Geldpolitik den Immobilienmarkt und den Arbeitsmarkt im Blick. Die zehnjährigen US-Zinsen kamen auf 2,82 Prozent zurück von 2,90 Prozent vor Veröffentlichung der Daten. Die Rendite der Bundesanleihen zog zwar weiter an auf 1,93 Prozent, damit lag sie allerdings unter ihrem Tageshoch. Trotzdem erwarten Marktteilnehmer, dass die 2-Prozent-Marke bald nach oben durchstoßen wird.

   Denn gestützt wurde die Stimmung in Europa weiter von der Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung in der Eurozone, angeheizt von einem weiteren Anstieg des europäischen Verbrauchervertrauens. Zudem hat das statistische Bundesamt bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen ist. Auch aus Großbritannien kamen erneut gute Wirtschaftsdaten.

   Mit den guten Daten haben die europäischen Aktienmärkte ihre Gewinne vom Vortag ausgebaut. Nach einer schwächeren Eröffnung ging der Euro-Stoxx-50 ein halbes Prozent höher bei 2.826 Punkten aus dem Handel. Der Dax drehte ebenfalls ins Plus und gewann 0,2 Prozent auf 8.417 Punkte. Der Londoner FTSE-100 legte 0,7 Prozent zu.

   Das in Jackson Hole stattfindende Notenbanktreffen hat auch am Freitag keine Akzente gesetzt. "Der Grund ist relativ einfach: Ben Bernanke, der seit seinem Amtsantritt 2006 immer zu Beginn gesprochen hat, nimmt diesmal nicht teil", sagte Lutz Karpowitz von der Commerzbank.

   Und damit gab es auch keine Hinweise darauf, wann die Fed nun mit der Reduzierung der Wertpapierkäufe beginnen werde. Auch EZB-Präsident Mario Draghi bleibt dem Treffen dieses Jahr fern. Teil nimmt hingegen Fed-Vize Janet Yellen, der neben Larry Summers die größten Chancen auf die Nachfolge von Ben Bernanke eingeräumt werden. Auch der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda ist vor Ort: "Sollte er den Yen herunterreden, könnten die internationalen Börsen darauf positiv reagieren", sagte Chris Zwermann von Zwermann Financials.

   Im DAX waren mit den guten chinesischen Konjunkturdaten Chemiewerte gefragt: BASF und Lanxess standen mit Aufschlägen von je gut einem Prozent weit vorne in der Gewinnerliste. Angeführt wurde diese allerdings von den Aktien der Commerzbank, die um 2,6 Prozent stiegen. Die Bundesregierung will ihre 17-Prozent-Beteiligung an dem Finanzinstitut einem Magazinbericht zufolge nicht über die Börse, sondern direkt an einen strategischen Käufer veräußern. equinet hält eine Übernahme der Commerzbank allerdings für wenig wahrscheinlich. Im Handel hieß es, dass die Spekulationen das Commerzbank-Papier weiter in die Höhe treiben könnten, insbesondere da viele Leerverkäufer gezwungen seien, ihre Positionen auf fallende Kurse zu schließen.

   Im TecDax stieg die Xing-Aktie auf ein neues Rekordhoch von 78,40 Euro. Zum Schluss gewann sie knapp acht Prozent auf 75,00 Euro. Im Handel machte das Gerücht die Runde, dass der US-Wettbewerber LinkedIn Kaufinteresse an der Burda-Beteiligung an Xing habe. "Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Gerücht die Runde macht", so ein Händler. Ein Analyst sieht das Gerücht ebenfalls skeptisch, da ein Einstieg lange Zeit zu einem deutlich niedrigeren Preis hätte stattfinden können. An anderer Stelle wurde der kräftige Kursanstieg damit begründet, dass ein Börsenbrief die Aktie in sein Musterdepot genommen haben soll. Weder Xing noch LinkedIn waren kurzfristig für eine Stellungnahme zu erreichen. Der TecDAX kletterte mit dem Anstieg der Xing-Aktie am Nachmittag auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren.

=== Europäische Schlussindizes am Freitag, 23. August:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2.826,05 13,73 +0,5% 7,2 . Stoxx-50 2.725,24 11,62 +0,4% 5,7 . Stoxx-600 304,71 1,16 +0,4% 8,9 Frankfurt XETRA-DAX 8.416,99 19,10 +0,2% 10,6 London FTSE-100 6.492,10 45,23 +0,7% 10,1 Paris CAC-40 4.069,47 10,35 +0,3% 11,8 Amsterdam AEX 374,67 2,73 +0,7% 9,3 Athen ATHEX-20 316,10 9,11 +3,0% 2,1 Brüssel BEL-20 2.788,45 10,23 +0,4% 12,6 Budapest BUX 18.146,21 -10,31 -0,1% -0,1 Helsinki OMXH-25 2.461,10 18,14 +0,7% 11,4 Istanbul ISE NAT. 30 82.426,73 -188,66 -0,2% -15,7 Kopenhagen OMXC-20 565,49 -1,02 -0,2% 14,0 Lissabon PSI 20 5.991,10 19,39 +0,3% 6,3 Madrid IBEX-35 8.686,80 57,10 +0,7% 6,4 Mailand FTSE-MIB 17.342,25 32,41 +0,2% 6,6 Moskau RTS 1.330,99 1,94 +0,1% -12,8 Oslo OBX 461,15 -1,12 -0,2% 12,4 Prag PX 967,96 5,69 +0,6% -6,8 Stockholm OMXS-30 1.243,82 6,67 +0,5% 12,6 Warschau WIG-20 2.417,23 -3,45 -0,1% -6,6 Wien ATX 2.510,57 23,51 +0,9% 4,6 Zürich SMI 8.006,90 18,30 +0,2% 17,4

DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.05 Uhr Do, 17.19 Uhr EUR/USD 1,3394 0,43% 1,3337 1,3358 EUR/JPY 132,0448 0,06% 131,9664 131,6008 EUR/CHF 1,2331 -0,05% 1,2337 1,2341 USD/JPY 98,5850 -0,36% 98,9390 98,5215 GBP/USD 1,5578 -0,01% 1,5579 1,5589 === Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com

DJG/hru/ros (END) Dow Jones Newswires

   August 23, 2013 12:02 ET (16:02 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 02 PM EDT 08-23-13

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