09.01.2013 18:20
Bewerten
(8)

Steuertricks mit Gold weiter möglich

Massiv Steuern sparen: Steuertricks mit Gold weiter möglich | Nachricht | finanzen.net
Massiv Steuern sparen
Dem Staat gehen durch den Bund-Länder-Streit über das Jahressteuergesetz weiter Millioneneinnahmen verloren. Nach wie vor sind Tricks möglich.
Da die Gesetzespläne nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch noch nicht abschließend geklärt sind, können Top-Verdiener mit Goldgeschäften über ausländische Handelsfirmen den Fiskus nach wie vor austricksen und so massiv Steuern sparen. Das ergibt sich aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken. Danach ist der Plan von Bund und Ländern, das Steuerschlupfloch zum 25. Oktober 2012 zu schließen, hinfällig. Maßgeblich sei der Tag der erneuten Beratung, heißt es in der am Mittwoch bekanntgewordenen Antwort.
Anzeige
Gold kaufen
Sie möchten in physisches Gold investieren? Nutzen Sie die günstigen Konditionen im finanzen.net Goldshop.
zum Shop

Eigentlich wollten Bund und Länder die Steuertricks schnellstmöglich unterbinden. Schließlich summiert sich der Schaden für den Staat nach Expertenangaben auf jährlich 700 Millionen Euro. Mit dem Jahressteuergesetz wollte die schwarz-gelbe Koalition dem Steuersparmodell einen Riegel vorschieben. Der Bundestag hatte am 25. Oktober 2012 das Gesetz beschlossen. Goldkäufe hätten von diesem Datum an keine Steuerersparnis mehr bewirkt. Der Bundesrat stimmte dem Paket aufgrund von Differenzen in anderen Punkten - etwa die steuerliche Gleichstellung von Homo-Paaren mit Eheleuten - aber nicht zu. Damit wird das Gesetz erst dieses Jahr abschließend beraten.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Hartmut Koschyk, teilte auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Barbara Höll mit, dass der Tag der 2./3. Lesung im Bundestag im Jahr 2012 hier nicht maßgebend sei, "sondern der Tag der erneuten Beratung und Beschlussfassung im Bundestag". Damit könnte der Steuertrick Experten zufolge noch bis zur endgültigen Beratung des Jahressteuergesetzes im Bundestag genutzt werden.

Höll kritisierte: "Es kann nicht sein, dass durch die Verweigerungshaltung der Koalitionsfraktionen zur steuerlichen Gleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnerschaften nun auch noch als Nebeneffekt zusätzliche Steuerausfälle durch Steuertrickserien mit Goldanlagen möglich sind."

Aus Sicht des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner könnte der Gesetzgeber weiter den 25. Oktober 2012 verwenden. Überdies sei unklar, ob im Zuge eines Rechtsstreites sich auch die Finanzgerichte der Sicht des Bundesfinanzministeriums anschließend werden.

Die Steuertrickser rechnen sich wie folgt arm: Die "Goldfinger" gründen eine Personengesellschaft zum Rohstoff-Handel, die Gold kauft und verkauft - in einem Staat mit Doppelbesteuerungsabkommen. Der Kaufpreis für das Gold wird in der Steuererklärung zunächst als Riesenverlust deklariert. Die Steuerlast reduziert sich im Jahr des Kaufs, da über den negativen "Progressionsvorbehalt" der Steuersatz für das Gesamteinkommen auf Null gedrückt wird. Ziel ist es, so die Besteuerung von "Sondereinkünften" zu neutralisieren.

Es folgt Schritt zwei: Wird das Gold aus dem Umlaufvermögen - beispielsweise einer britischen Limited - verkauft und fallen Gewinne an, was dank des gestiegenen Goldpreises zu erwarten ist, sind diese Einkünfte gemäß Doppelbesteuerungsabkommen im Inland steuerfrei und unterliegen nur dem "Progressionsvorbehalt".

Das heißt, Zusatzeinnahmen bewirken lediglich steigende Steuersätze. Was sich aber bei solchen Top-Einkommen nicht auswirkt, da sie ohnehin in der höchsten Progressionsstufe liegen. Nach Darstellung des Bundesrates kann der positive Progressionsvorbehalt also die tatsächliche Steuerminderung im Verlustjahr nicht kompensieren, da Top-Manager ja bereits den Spitzensteuersatz zahlen.

So kann ein Top-Verdiener mit einem Jahreseinkommen von einer Million Euro, der 2012 für eine Million Euro Gold gekauft und das Edelmetall 2013 für eine Million Euro verkauft hat, laut Steuerrechtsexperte Hechtner seine Steuerlast für beide Jahre um 425.078 Euro drücken. Hier werden aus dem Goldan- und -verkauf weder Gewinne noch Verluste erzielt./sl/DP/jkr

BERLIN (dpa-AFX)

Diese Länder horten das meiste Gold
 

Platz 20: Österreich (280 Tonnen)

Laut des World Gold Council beläuft sich Österreichs Goldbestand auf 280 Tonnen und macht damit etwas mehr als die Hälfte (55,6 %) der gesamten Reserven des Alpenstaates aus.

Quelle: World Gold Council, Bild: Brigitte Buschkötter / pixelio.de
Bildquellen: ded pixto / Shutterstock.com, Juri / Shutterstock.com

Nachrichten zu Goldpreis

  • Relevant
  • Alle
  • ?
Goldpreis im Fokus
COT-Report: Gold - Großspekulanten fliehen in Krisenwährung
Große Terminspekulanten haben laut aktuellem Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC ihre Positionen bei Gold-Futures erneut kräftig aufgestockt.
18.08.17
Everything is Working for Gold (The Wall Street Journal)
18.08.17
18.08.17
17.08.17

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.284,50-3,00
-0,23%
Kupferpreis6.476,07-1,10
-0,02%
Ölpreis (WTI)48,731,80
3,84%
Silber16,99-0,05
-0,26%
Super Benzin1,31-0,00
-0,31%
Weizen156,00-0,50
-0,32%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber
1g Goldbarren44,58
±0,0
5g Goldbarren192,86
±0,0
10g Goldbarren374,19
±0,0
1 Uz Goldbarren1.127,19
±0,0
Krügerrand1.136,91
±0,0
Maple Leaf1.136,91
±0,0
American Eagle1.145,02
±0,0
zum Edelmetallshop

Heute im Fokus

DAX geht mit Verlust ins Wochenende -- Dow Jones im Minus -- STADA-Übernahme erfolgreich -- Verhandlungen über Zukunft von Air Berlin -- Calpine, Deutsche Bank im Fokus

Darmstädter Merck-Konzern will vor weiteren Großübernahmen Schulden abbauen. Analyst ermittelt den perfekten Einstiegskurs für Bitcoins. Busch bei Pfeiffer Vacuum mit neuem Etappensieg. Venezuelas Bolivar fällt auf Rekordtief. Unsicherheit beim iPhone 8: Wann kommt das neue Apple Smartphone? UniCredit-Aufnahme im EuroStoxx möglich - Airbus hofft auf Stoxx.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett

Umfrage

Die Deutsche Bank wird optimistischer für deutsche Aktien und sieht beim DAX bis Jahresende noch 3 Prozent Luft nach oben. Was glauben Sie, wie sich der DAX bis zum Ende des Jahres entwickeln wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BMW AG519000
Apple Inc.865985
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Siemens AG723610
Air Berlin plcAB1000
adidas AGA1EWWW
Amazon906866
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
Coca-Cola Co.850663