von Marc Hofmann, Euro am Sonntag
Die Bilanz ist verheerend. Seit Cynthia Carroll 2007 beim britisch-südafrikanischen Rohstoffkonzern Anglo American das Ruder übernommen hat, ist der Börsenwert um satte 33 Prozent auf 28,5 Milliarden Dollar gefallen. Besonders die heftigen Unruhen und Streiks in Südafrika belasteten zuletzt das Unternehmen. Die Produktion in den Platin- und Diamantenminen kam wegen der teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zum Erliegen. 44 Arbeiter starben im Zuge der Proteste. Eine Mine des Diamantenförderers De Beers, der ebenfalls zum Konzern gehört, ist bis heute außer Betrieb.
Obwohl Konkurrenten wie zum Beispiel Gold Fields aus den anhaltenden Problemen in Südafrika mittlerweile die Konsequenzen ziehen und das Geschäft am Kap von ihren übrigen Unternehmensbereichen abspalten, hielt Carroll bis zuletzt an der Region fest. Vielleicht zu lange.
Am Dienstag zog daher der Konzern die Notbremse und gab die Ablösung der glücklosen Managerin bekannt. Bereits am 4. April soll der Australier Mark Cutifani den Vorstandsposten bei Anglo American übernehmen. Cutifani, der schon länger als aussichtsreicher Kandidat für die Position gehandelt wurde, hat das Geschäft von der Pike auf gelernt. „Er kennt das Umfeld, das Land, die Politik und das Geschäft“, sagt Chris Derksen, Portfoliomanager bei Investec Asset Management. „Für diesen Job ist er die absolut richtige Wahl.“
Die Investoren scheinen das ebenso zu sehen. Nach der Bekanntgabe des Chefwechsels legte die Aktie des viertgrößten Rohstoffkonzerns der Welt um mehr als zwei Prozent zu.
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