17.05.2013 14:29

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Der Goldpreis: Totgesagte leben länger


John Kenneth Galbraith sagte einmal treffend: „Es liegt in der Natur des Kapitalismus, dass es periodisch zu Ausbrüchen des Wahnsinns kommt“.

So oder so ähnlich könnte man sich fühlen beim Anblick der weltweiten Börsenplätze. Es wird eine Kursparty gefeiert, die seinesgleichen sucht. Billiges Geld flutet die Märkte und treibt Indizes auf Rekordhochs und fast könnte man meinen, die Welt sei doch eigentlich in Ordnung. Eigentlich.

Der DAX rennt von einem neuen Allzeithoch zum nächsten, ähnliches Bild gibt der Dow Jones Index und der Nikkei ab. Weltweit haussieren die Aktienmärkte und oftmals sind es nicht nur die guten Nachrichten und Wirtschaftsaublicke, die die Kurse treiben. Es haussieren diejenigen Märkte am stärksten, an denen die Zentralbanken ein so genanntes quantitative easing betreiben. Dies ist der Begriff einer expansiven Geldpolitik, der angewandt wird, wenn der Zinssatz sehr niedrig ist und die Geldmenge erhöht wird. Zentralbanken kaufen Anleihen und weitere börsennotierte Wertpapiere, um die Wirtschaft weiterhin mit Geld zu versorgen. Mit dem Resultat, dass die Bilanz der Zentralbanken stark ausgeweitet wird. Es wird also Geld gedruckt, Anleihen gekauft und somit auch gleichzeitig Inflationsängste geschürt. Denn solch ein „Quantitative easing“ führt gemeinhin zur Gefährdung der Geldwertstabilität und kann zur Bildung von Spekulationsblasen an Aktien- und Rohstoffmärkten beitragen. Billiges Geld überschwemmt die Märkte in den USA und Europa und führt zu stark ansteigenden Börsenkursen.

Und so wundert es wohl kaum, dass die Bestände der Gold-ETFs weiter abnehmen. Kurzfristig angelegtes und rein renditeorientiertes Geld wird aus dem Goldmarkt abgezogen, um am Aktienmarkt das Glück zu suchen. Auf Wochenbasis haben die Gold-ETFs in den USA weitere 5% an ihren Beständen abgegeben und ein neues Niveau von knapp 73,4 Mio. Unzen Feingold erreicht. Während der Goldpreis erwartungsgemäß unter Druck gerät, wird er dennoch seitens der Privatanlegerkäufe weiterhin gestützt. Insbesondere die Nachfrage aus Asien stützt den Goldpreis enorm. Zeitweise haben nicht nur in Deutschland und Europa die Privatanleger die fallenden Edelmetallmärkte zum Einkauf genutzt. Auch die Chinesen kaufen im wahrsten Sinne des Wortes den Markt leer. Dies war auch in den USA zu beobachten – die Prägeanstalt US Mint musste zeitweise den Verkauf einstellen, da sie den plötzlich aufkommenden Nachfragebedarf nicht decken konnte. Ein ähnliches Bild spielte sich auch in den Silbermünzen ab.

Während die institutionellen Anleger kräftig in den Aktienmarkt umschichten und Bestände weiter verkaufen, greifen die privaten Investoren weiter kräftig zu. Zu Recht: denn das Ende der Aktienmarkthausse könnte schneller als erwartet eintreten. Erst gestern ließ John Williams, Mitglied der Federal Reserve Bank, verlautbaren, dass ein sukzessiver Ausstieg der FED aus den Märkten bis zum Ende des Jahres denkbar und durchaus möglich ist. Knapp 85 Mrd. USD pumpt die Notenbank derzeit Monat für Monat in den Anleihenmarkt. Geld, das auch den Weg in die Aktien findet.

Langfristig muss und wird der Goldpreis wieder ansteigen. Denn fällt die Kapitalschwemme der Notenbank wieder weg, bleibt das, was auch vor dem Aufkaufprogramm da war: die ungelöste Krise. Und mit einem weiteren Problem – einer Geldmengeninflation. Das Comeback des Goldes ist also nur eine Frage der Zeit. Und Totgesagte leben bekanntlich ja länger…

Die Ophirum Commodity GmbH ist ein auf physische Edelmetalle spezialisiertes Unternehmen. Neben der Produktstrukturierung ist Ophirum Pionier in Sachen Onlinehandel mit Edelmetallen. Seit Ihrer Gründung setzt Ophirum immer wieder neue Marktstandards in puncto Sicherheit und Qualität. Unter www.ophirum.de können Anleger Gold, Silber & Co. einfach, sicher und günstig erwerben.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

zatanik schrieb:
19.05.2013 09:24:14

Das erschließt sich mir im Text oben als Argument nicht: Wieso sollten die Notenbanken die Anleihenkaufprogramme zurücknehmen, wenn sie das Kriseende nicht für absehbar hielten?
Das Ende der Kaufprogramme bedeutet auch das Ende der Krise.

jessica.blecheimer@e schrieb:
18.05.2013 15:11:56

und ich sage es liegt in der natur des kapitalismus das künstliche blasen erzeugt werden die dann wenn sie ihren zweck erfüllt haben einfach platzen, und ganz viele private aktionäre vor einem finanziellen scherbenhaufen stehen.

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