15.03.2013 10:30
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Wird der Goldpreis manipuliert?

Habemus papam - seit Mittwoch hat die christliche Welt einen neuen Heiligen Vater und der Vatikan einen neuen Chef. Sowohl für die katholische Kirche, als auch für den kleinsten Staat der Welt ist Gold seit Jahrhunderten ein Anlagegut.
So ist der Vatikan laut eigenen Aussagen gut durch die Finanzkrise 2008 gekommen, ohne große Verluste einzufahren. Dieser Erfolg war einer intelligenten Anlagepolitik geschuldet, denn der Vatikan war großflächig in Gold investiert. Über die genaue Menge gibt es leider nur Mutmaßungen. Fakt ist aber, dass die Schatzkammern des Vatikans prall gefüllt sind mit dem edlen Metall. Ebenso wird vermutet, dass ein Großteil des Goldes in der Schweiz und in London gelagert wird. Und genau dieser Standort ist derzeit in aller Munde.
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Tatsächlich spielt London seit den frühen Anfängen des 20. Jahrhunderts eine große Rolle, wenn es um das Thema Gold geht. Die Stadt glänzt mit großen Lagerstätten und ist jüngst durch das so genannte Londoner Fixing in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Laut einem Bericht des Wall Street Journals prüft die amerikanische Aufsichtsbehörde CFTC, ob das Londoner Goldfixing möglicherweise von den teilnehmenden Banken manipuliert wird.

Zweimal täglich wird von den so genannten Bullionbanken, die Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA) sind, ein Goldfixing festgelegt. Dieses Goldfixing stellt den Weltmarktpreis für Gold dar und wird von Raffinerien, Notenbanken und Händlern als Richtwert genommen, um ihren Beständen einen Wert zu geben. Mitglieder dieser Preisermittlungsrunde: Deutsche Bank, HSBC Bank, Société Générale, Barclays Bank und Bank of Nova Scotia.

Schon lange hält sich eisern das Gerücht, dass sowohl der Gold- als auch der Silberpreis von den teilnehmenden Banken in Absprache mit der amerik. Notenbank manipuliert werden. Diesen Gerüchten zufolge ist ein niedrigerer Goldpreis von der US-Regierung gewollt, da dies das Vertrauen in die Papierwährung US-Dollar stärkt.

Im Zuge des LIBOR-Zinsskandals sollen jetzt auch diese Preisermittlungen überprüft werden. Nach der Manipulationsaufdeckung hat die UBS 1,5 Milliarden USD Strafe zahlen müssen gefolgt von der RBS mit 612 Mio. USD.

Ob die Banker den Preis des gelben Metalls tatsächlich manipuliert haben wird sich - vielleicht- herausstellen. Die Versuchung wäre zuweilen sehr groß. Veränderungen in der x-ten Kommastelle kann man gut vertuschen, da sie im physischen Handel wenig auffallen. Anders im Futuresmarkt, an dem mehrere Milliarden USD in Goldfutures umgesetzt werden. Dort wäre solch eine "Anpassung" je nach Größe Millionen wert. So eine minimale Veränderung würde so manch einen gebeutelten Investmentbanker zu altem Glanz verhelfen. Inwieweit die Ermittlungen nachhaltig umgesetzt werden ist fraglich. Schon 2010 hat die US-Aufsichtsbehörde bei JP Morgan wegen möglichen Manipulationen Ermittlungen im Silberpreis eingeleitet. Die nötige Größe hätte JP Morgan allemal. Doch bislang ergaben die Ermittlungen keinerlei öffentliche Ergebnisse.

Indes befindet sich der Goldpreis weiterhin in einem Zick-Zack-Kurs. Die großen Abflüsse aus den großen ETFs sind erst mal gestoppt. Produkte wie XETRA-Gold und Euwax-Gold werden rege gehandelt. Und auch im physischen Edelmetallmarkt kommt nach langer Abstinenz wieder Bewegung rein. Es bleibt wie es ist: langfristig spricht alles weiterhin FÜR Gold.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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