06.04.2013 09:59
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Übertriebener Kursrückgang?

Höher als erwartete Lagerbestände belasten Maispreis.
Der Maispreis ist zuletzt regelrecht eingebrochen; rund 12 Prozent büßte der Future auf Wochensicht an Wert ein. Ursache für den kräftigen Kursrückgang war wohl in erster Linie ein Bericht der US-Landwirtschaftsbehörde USDA, wonach die Lagerbestände von US-Mais ein weitaus höheres Niveau aufweisen, als vorab angenommen worden war. Konkret: Statt eines 15-Jahres- Tiefs markieren die Bestände nun „lediglich“ ein 9-Jahres-Tief. Dass die Anbaufläche für US-Mais auf den höchsten Stand seit 77 Jahren ausgeweitet werden soll, hat den Kurs wohl zusätzlich belastet.
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Einstiegschance für mutige Anleger?

Ob diese Nachrichten einen solch kräftigen Kurseinbruch rechtfertigen, ist jedoch fraglich, zumal die US-Bauern aufgrund der derzeit ungünstigen Witterungsbedingungen ihre Anbauvorhaben durchaus noch mal überdenken könnten. Statt Mais könnten sie etwa mehr auf Sojabohnen setzen, die erst später ausgesät werden.

Mais: Mögliche Stabilisierung?

Seit 2010 hat der Mais-Future eine saubere Performance hingelegt. Nach dem tiefen Sturz von den 2008er-Hochs und der folgenden Schwächephase schaffte es der Kurs, bis 2011 ein neues Hoch zu bilden. Anschließend gab der Future wieder etwas nach, doch im vergangenen Jahr folgte der nächste Anstieg, der bis auf 850 US Cent führte. Seither war Mais in einem Abwärtstrendkanal gefangen, der bis unter die 700-US-Cent-Marke führte. Der heftige Ausschlag unter 650 US-Cent wurde gleich gekontert.

Entscheidung rückt näher

Jetzt steht der Future zur Richtungsentscheidung an. Etabliert sich der Future oberhalb der 650-US-Cent-Marke, könnte sich der langfristige Aufwärtstrend fortsetzen. Fällt er hingegen nachhaltig unter diese Grenze, könnte der Kurs auch eine Menge Luft nach unten haben.

Kemal Bagci ist Derivate-Spezialist bei der RBS. In dieser Position entwickelt er strukturierte Produktlösungen, unter anderem auf Aktien- und Rohstoffmärkte. Nach seinem Studium in International Finance in Deutschland und den USA stieg er im Jahr 2005 bei der Deutschen Asset Management in London ein. Seit März 2010 ist er bei der RBS in Frankfurt tätig.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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