PARIS (dpa-AFX) - Der französische Ölkonzern Total (
TOTAL) hat im vergangenen Jahr wie die gesamte Branche von den stark gestiegenen Öl- und Gaspreisen profitiert. Von dem Gewinn in Höhe von 13,9 Milliarden Euro im Rekordjahr 2008 ist das Unternehmen aber noch weit entfernt. Total steigerte den bereinigten Gewinn 2010 auf 10,29 Milliarden Euro und damit um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte. Dabei war der Umsatz um 21 Prozent auf 159,27 Milliarden Euro geklettert. Unternehmenschef Christophe de Margerie rechnet auch im laufenden Jahr mit einem günstigen Marktumfeld und kündigte für 2011 Investitionen im Umfang von rund 16 Milliarden Euro an.
Der Aufsichtsrat will den Aktionären eine Dividende von 2,28 Euro je Aktie zahlen, genauso viel wie im Vorjahr. Die Total-Aktie verlor im frühen Börsenhandel 0,56 Prozent und auf 43,230 Euro.
Über den Jahresverlauf verzeichnete der Ölkonzern Gewinnsteigerungen in den ersten beiden Quartalen. Nach einem leichten Rückgang im dritten Jahresviertel zog der Überschuss in den letzten drei Monaten wieder etwas an. Im vierten Quartal erreichte der bereinigte Gewinn 2,56 Milliarden Euro, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz lag im Schlussquartal bei 40,16 Milliarden Euro, was auf Jahressicht einen Anstieg bedeutet, im Vergleich zum Vorquartal aber einen Rückgang.
Da der Ölpreis der Marke Brent seit Jahresbeginn 2011 zwischen 90 und 100 US-Dollar pro Barrel pendele und damit deutlich über dem Durchschnitt des vierten Quartals 2010 liege, zeigte sich Total für das laufende Jahr grundsätzlich optimistisch. Die Margen im Raffinerie-Geschäft in Europa seien seit Beginn des Jahres aber unter Druck.
Die angekündigten Investitionen sollen zu 80 Prozent in das sogenannte Upstream-Geschäft fließen, also in die Förderung und Exploration von Rohöl- und Erdgasquellen. Konkret geht es den Angaben zufolge um mittelfristige Projekte in Angola, Russland, Australien, Kanada und China. Weitere Gelder stehen für Zukäufe zur Verfügung. Das Budget für Forschung und Entwicklung soll auf knapp eine Milliarde Dollar aufgestockt werden. Total will sich auch weiter von Konzernteilen trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Konkrete Gewinnziele für 2011 nannte das Unternehmen nicht.
Auch die Konkurrenten Shell (Royal Dutch Shell Grou a), ExxonMobil (XOMA) und Chevron vermeldeten für 2010 kräftige Gewinnsteigerungen. Nur BP rutschte wegen der hohen Kosten für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko tief ins Minus. Der durchschnittliche Preis für ein Barrel Öl der Marke Brent war 2010 um 29 Prozent auf 79,50 Dollar gestiegen. Der Gaspreis war weitgehend stabil geblieben./alg/dct/wiz