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12.01.2012 12:00

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Ölpreis: Direktinvestments sind rentabler



Besser direkt auf Öl setzen
Die Milliardenklagen gegen BP, Halliburton und Chevron zeigen eines: Ölsuche- und -förderung kommen die Konzerne teuer zu stehen. Direktinvestments in Öl bringen mehr Rendite.

von Peter Gewalt, €uro am Sonntag

Vergangene Woche wurde in der Ölbranche wieder mit Milliarden jongliert. Diesmal ging es aber nicht um exorbitante Gewinne oder neue Übernahmen, sondern um Schadenersatzklagen. Bis zu 40 Milliarden US-Dollar will der britische Konzern BP, dem kommenden Monat wegen der ­Ölkatastrophe im Golf von Mexiko selbst eine Milliarden-Dollar-Klage droht, von seinem Kontraktpartner Halliburton auf juristischem Weg erstreiten — wegen Verletzung der Sicherheitsnormen beim Bau der Ölplattform Deepwater Horizon.

Nur einen Tag später verurteilte ein ecua­dorianisches Gericht den US-Konzern Chevron zu 18 Milliarden US-Dollar wegen Umweltverschmutzung im Amazonas­gebiet. Ärgern muss sich auch US-Ener­giegigant Exxon, dem die internationale Handelskammer zwar über 900 Millionen US-Dollar wegen der Verstaatlichung seiner venezolanischen Ölvorkommen im Jahr 2007 zusprach. Für die Texaner bleibt es dennoch ein dickes Verlustgeschäft. Denn die verlorenen Reserven im Chávez-Staat wurden mit rund 38 Milliarden US-Dollar bewertet.

Wachstumsprobleme kosten Rendite
Drei Fälle, ein Problem: Die Suche der internationalen Konzerne nach frischem Öl ist sowohl wegen natürlicher Gegebenheiten als auch wegen staatlicher Eingriffe schwieriger, riskanter und kostspieliger geworden als früher. Nachdem die leicht auszubeutenden Vorkommen in den westlichen Industrienationen schrumpfen und viele Ölländer die Förderung für staats­eigene Unternehmen reserviert haben, müssen die Konzerne ausweichen — etwa auf Vorkommen in großen Meerestiefen oder in politisch unsichere Regionen. Ein Wachstums- und Kostenproblem, das sich auch in den Kursen niederschlägt. So legte der Ölpreis für die Sorte West Texas Intermediate (WTI) seit 2001 um über 350 Prozent zu, der Kurs der Exxon-Aktie hat im gleichen Zeitraum nur 150 Prozent gewonnen. Auch kürzere Zeiträume bestätigen dieses Phänomen.


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Nachteil eines Direktinvestments in Öl: Bei einer Investition in Futures werden Anleger oft mit einer Contango-Situation konfrontiert. Dies bedeutet, dass Kontrakte mit längeren Laufzeiten deutlich teurer sind als solche mit kürzeren. Gewinne aus auslaufenden Futures-Kontrakten werden daher beim Rollen (Umschichten in den nächstlängeren Kontrakt) von den daraus entstehenden Rollverlusten teilweise oder vollständig aufgezehrt. Rolloptimierte Produkte auf WTI wie von Goldman Sachs (ISIN: DE 000 GS1 TA1 8) helfen, Verluste zu minimieren.

Eine besondere Strategie hat das Schweizer Emissionshaus Vontobel entwickelt. Beim Vontobel-Oil-Strategy-Index-Zertifikat (DE 000 VFP 33M 4) wird auf ­monatlicher Basis die aktuelle Marktphase von WTI analysiert. Liegt eine Backwardation-Situation vor, in der Kontrakte mit längeren Laufzeiten günstiger sind als solche mit kürzeren, bildet der Index die Wertentwicklung von WTI-Kontrakten ab. Liegt dagegen eine Contango-Situation vor, so wird in die Aktien der zehn größten nordamerikanischen Ölunternehmen investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit August 2009 gewann das Zertifikat 48 Prozent an Wert hinzu, WTI kommt im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 42 Prozent, Exxon auf etwa 30 Prozent Kursanstieg.

Bildquellen: Thinkstock/Getty Images

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