von Andreas Hohenadl, €uro am Sonntag
Der Ölpreis bekommt derzeit von verschiedenen Seiten Unterstützung. Am Donnerstag beschloss die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), an ihrer täglichen Fördermenge von 30 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) pro Tag festzuhalten. Effektiv müssen die zwölf Mitgliedsländer nach diesem Entschluss ihren Ausstoß reduzieren. Denn derzeit produziert das Kartell 31,6 Millionen Barrel pro Tag. Insbesondere in Saudi-Arabien ist der Ölausstoß mit rund zehn Millionen Barrel so hoch wie zuletzt vor 30 Jahren.
Die Überversorgung der Märkte hat mit dafür gesorgt, dass der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent seit März von 128 Dollar pro Barrel auf knapp 98 Dollar eingebrochen ist. Zugleich drückten Sorgen vor einer globalen Konjunkturabkühlung und einer damit verbundenen geringeren Nachfrage den Preis.
Zuletzt jedoch konnten sich die Notierungen leicht erholen. Denn neben dem OPEC-Entschluss spekulieren Anleger auf konjunkturstützende Maßnahmen der US-Notenbank Fed. Nach jüngst enttäuschenden Daten vom Arbeitsmarkt könnte die Bereitschaft von Fed-Chef Bernanke gestiegen sein, nach der Notenbanksitzung am 19. Juni ein neues Anleihekaufprogramm zu starten.
Zudem könnte es künftig zu einer Verknappung von Öl kommen, wenn ab Juli das von der EU angekündigte Ölembargo gegen den Iran voll in Kraft tritt. Die Atomgespräche mit dem Land am Montag dürften in diesem Punkt mehr Klarheit bringen. Wer trotz konjunktureller Unsicherheit und Euro-Chaos auf einen Preisanstieg setzen will, kann zu einem Zertifikat auf Brent-Öl greifen (ISIN: DE 000 VT1 FCD 8).
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