von Jörg Bernhard
Gemessen vom im März erzielten Jahreshoch bei 127 Dollar hat Brent bislang weniger als fünf Dollar eingebüßt. Bei der US-Sorte WTI gab es im gleichen Zeitraum einen Rückschlag um fast acht Dollar. Mit aktuell 20 Dollar müssen Europäer trotz schwächerer Wirtschaft und trotz der geringeren Qualität von Brent-Rohöl derzeit 19 Prozent mehr pro Barrel bezahlen.
Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Nordseemarke Brent mittlerweile in einer ausgesprochen spannenden Situation. Im Bereich von 122 Dollar verläuft nämlich eine massive Unterstützungszone. Sollte sie erfolgreich verteidigt werden, könnte sich der Ölpreis wieder in Richtung altes Jahreshoch bewegen. Schwächer als erwartete Konjunkturdaten wie die vor dem Wochenende gemeldeten US-Arbeitsmarktzahlen sowie die am Wochenende veröffentlichte höher als erwartet ausgefallene chinesische Inflation sollten dann allerdings ausbleiben.
Am Dienstagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 15.10 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,32 auf 102,14 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,02 auf 121,65 Dollar zurückfiel.
Erdgas: Versuch einer Bodenbildung
Weil mildes Wetter in weiten Teilen der USA den Heizbedarf von US-Haushalten begrenzte und das Anschalten der Klimaanlagen noch nicht notwendig machte, verharrt Henry-Hub-Erdgas weiterhin in der Nähe seines Zehnjahrestiefs. Leicht positiv wirkte sich lediglich das Anziehen der Nachfrage aus dem industriellen Sektor aus, wo wegen der Osterfeiertage ein geringerer Bedarf registriert worden war.
Am Dienstagnachmittag präsentierte sich der Gaspreis mit leicht nachgebenden Notierungen. Bis gegen 15.10 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am nächstfällige Future auf Henry-Hub-Erdgas um 0,022 auf 2,085 Dollar pro mmBtu.
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