von Jörg Bernhard
Mit dem Wahlsieg des Demokraten ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die US-Leitzinsen bis Mitte 2015 auf dem ultraniedrigen Niveau verharren werden. Doch nicht nur die niedrigen Zinsen (geringe Opportunitätskosen bei Gold) lassen das gelbe Edelmetall attraktiv erscheinen, auch die Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität und die damit einhergehende Inflationsangst dürfte dem Gold weitere Zuflüsse besorgter Investoren bescheren. Zusammen mit der Eurokrise dürfte die Risikoaversität vieler Anleger weiterhin stark ausgeprägt bleiben. Die Unsicherheit bezüglich der Solidität der globalen Finanzsysteme dürfte daher einem Trendwechsel nach unten entgegenstehen.
Am Mittwochnachmittag präsentierte sich der Goldpreis mit anziehenden Notierungen. Bis gegen 14.45 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 8,80 auf 1.721,80 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Warten auf den EIA-Wochenbericht
Am Dienstagabend meldete das American Petroleum trotz Hurrikan „Sandy“ einen leichten Rückgang der gelagerten Ölmengen, während sich die Vorräte an Benzin und Destillaten erhöhten. Um 16.30 Uhr soll der Bericht des US-Energieministeriums veröffentlicht werden. Laut Umfragen von Reuters und Bloomberg liegen die prognostizierten Lagerzuwächse bei 1,8 bzw. 2,0 Millionen Barrel. In Europa schwächelt die Konjunktur nach wie vor. Sowohl die Septemberzahlen der europäischen Einzelhandelsumsätze als auch die deutsche Industrieproduktion entwickelte sich schlechter als erwartet. Die relative Stärke der Nordseemarke Brent wird derzeit vor allem auf geopolitische Faktoren und Schwierigkeiten bei der Förderung zurückgeführt.
Am Mittwochnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 14.45 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 1,02 auf 87,69 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,83 auf 110,24 Dollar zurückfiel.