von Jörg Bernhard
Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank bezeichnete den Absacker als „mysteriös“. Ein Schweizer Rohstoffhändler vermutete, dass nach Spekulationen über eine Freigabe der strategischen Ölreserven in den USA Stopp-Loss unterschritten wurden oder der Hochfrequenzhandel „durchdrehte“. Möglicherweise war es auch eine Kombination von beidem.
Einen deutlich negativeren Tenor als erwartet wies zudem der Wochenbericht der US-Energiebehörde aus. Mit einem Lagerzuwachs in Höhe von 8,5 Millionen Barrel war wahrlich nicht gerechnet worden. Zusammen mit Spekulationen, Saudi-Arabien könnte seine Fördermengen weiter erhöhen, gab es offensichtlich ausschließlich Gründe zum Verkauf von Öl.
Am Donnerstagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 8.10 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt (Oktober) um 1,02 auf 90,96 Dollar, während sein Pendant auf Brent (November) um 0,33 auf 107,86 Dollar zurückfiel.
Gold: Inder leiden unter Rekordpreisen
Die anstehende indische Hochzeitssaison steht unter keinem guten Stern, da im Land des größten Goldkonsumenten die schwache Landeswährung zu rekordhohen Goldpreisen geführt hat. Statt neuem Gold zu kaufen, lassen viele ihr Altgold einschmelzen um „neues“ Gold zu erhalten. 40 Prozent der Goldumsätze basieren derzeit auf solchen Tauschoperationen. Prithviraj Kothari, Präsident der Bombay Bullion Association, weist darauf hin, dass diese Quote auf vergleichbarer Vorjahresbasis lediglich halb so hoch ausgefallen war. Doch die deutlich gesunkene Nachfrage aus Indien verdaute der Goldpreis bislang relativ problemlos. Verantwortlich hierfür waren Finanzinvestoren und Notenbanken. Fed & Co wollen wieder einmal die Notenpresse anwerfen und viele Notenbanken anderer Länder bauen ihre Goldreserven derzeit aus. Eine Trendwende nach unten dürfte vor diesem Hintergrund relativ unwahrscheinlich sein.
Am Donnerstagvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 8.10 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 6,90 auf 1.764,80 Dollar pro Feinunze.
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