von Jörg Bernhard
Sollte zum Beispiel der Republikaner Mitt Romney gewinnen, dürfte das neue Geldpaket der Fed zur Stützung der US-Wirtschaft um einiges kleiner ausfallen. Außerdem dürfte unter Romney die heimische Ölproduktion noch deutlicher zulegen als in den vergangenen Jahren. Und da in den USA ohnehin ein starkes Überangebot existiert, würde der Ölpreis auf einen republikanischen Wahlsieg eher mit einer Abwärtsbewegung reagieren. Am Abend steht der Wochenbericht des American Petroleum Institute zur Bekanntgabe an. Wegen Hurrikan „Sandy“ konnten einerseits viele Raffinerien nicht produzieren, andererseits dürfte der weitgehende Stillstand des öffentlichen Lebens in den betroffenen Regionen die Nachfrage belastet haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Überangebot weiter vergrößert hat, ist dennoch relativ groß.
Am Dienstagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit anziehenden Notierungen. Bis gegen 15.15 Uhr (MEZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,89 auf 86,54 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,42 auf 109,15 Dollar anzog.
Gold: Auf Tuchfühlung mit 1.700 Dollar
Goldfans dürften von einem Wahlsieg Obamas am ehesten profitieren, schließlich würde dadurch die expansive Geldpolitik der Fed gesichert sein. Billiges und reichlich vorhandenes Geld im Finanzsystem würde Investoren bezüglich der künftigen Geldwertstabilität weiter verunsichern. Außerdem würden aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik die entgangenen Zinsen bei Gold (Opportunitätskosten) dann weniger stark ins Gewicht fallen. Beim letzten Wahlsieg Obamas reagierte der Goldpreis mit einem Preissprung von über vier Prozent. Während seiner Amtszeit gelang dem Goldpreis sogar eine Verdopplung.
Am Dienstagnachmittag präsentierte sich der Goldpreis mit erholten Notierungen. Bis gegen 15.15 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 7,80 auf 1.691,00 Dollar pro Feinunze.
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