von Jörg Bernhard
Getreu der Regel, dass politische Börsen kurze Beine haben, ging es im frühen Mittwochshandel wieder bergab. Mit dem Wahlsieg Obamas ist gesichert, dass die Fed ihre ultralockere Geldpolitik weiter fortsetzen kann, möglicherweise sogar noch einige Jahre. Außerdem droht dem Ölpreis angesichts eines großen Überangebots in den USA und eines befürchteten Nachfrageeinbruchs wegen drohender Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen (Stichwort „Fiskalklippen) erhebliches Ungemach. Während Europa unter konjunkturellen Aspekten weltweit schon lange nicht mehr die erste Geige spielt, wächst in der globalen Finanzwelt die Bedeutung der Nordseemarke Brent. Im kommenden Jahr soll das Gewicht von Brent innerhalb des S&P/GSCI von 18,35 auf 22,34 Prozent erhöht werden, während die US-Sorte WTI von 30,96 auf 24,71 Prozent zurechtgestutzt wird. Grund: In den vergangenen 12 Monaten fielen die Umsätze in WTI-Futures um 21 Prozent – bei Brent gab es ein Umsatzplus von sieben Prozent.
Am Mittwochvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 8.05 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,14 auf 88,57 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,24 auf 110,83 Dollar zurückfiel.
Gold: Obama-Sieg trägt Gold über 1.700 Dollar
Goldfans können aufatmen: Mit dem Wahlsieg von Barack Obama steht einer weiteren Geldentwertung nichts mehr im Wege, zumindest aus politischer Sicht. Der Kurs der US-Notenbank dürfte nun fortgesetzt werden, was dem gelben Edelmetall einen anhaltend hohen Anlagebedarf sichert. Dieser zog am gestrigen Wahltag auch beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares spürbar an. Dessen gehaltene Goldmenge erhöhte sich nämlich von 1.332,38 auf 1.334,49 Tonnen.
Am Mittwochvormittag präsentierte sich der Goldpreis mit steigenden Notierungen. Bis gegen 8.05 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 10,30 auf 1.725,30 Dollar pro Feinunze.