von Jörg Bernhard
Plausible Argumente haben beide Seiten. Während am gestrigen Donnerstag Medienberichte über eine Verzögerung des europäischen Ölembargos gegen den Iran zu einer Verkaufswelle führten, beachten die Marktakteure am heutigen Freitag wieder andere Aspekte. Nach positiv verlaufenen Auktionen italienischer und spanischer Staatsanleihen spekulierten viele Investoren auf eine stabile wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Und auch der Streik der Ölarbeiter in Nigeria, dem Land des größten afrikanischen Ölproduzenten, könnte auf der Angebotsseite Probleme bereiten.
Am Freitagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 15.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,38 auf 98,72 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,80 auf 110,46 Dollar zurückfiel.
Kupfer: Hoffnung keimt auf
An der Commodity Exchange gelang dem Future auf High Grade Copper am gestrigen Donnerstag ein neues Achtwochenhoch. Aus Europa und China kamen zuletzt ermutigende Signale. Die stabile Entwicklung chinesischer Konsumentenpreise führte zu Spekulationen, dass die chinesische Notenbank die geldpolitischen Zügel wieder lockern könnte. Sinkende Zinsen könnten wiederum die dortige Wirtschaft stimulieren und die Finanzierung von Kupferkäufen erleichtern. Die Entspannungssignale aus Europa halfen dem roten Industriemetall ebenfalls auf die Beine. Starker Euro und optimistische Kommentare von EZB-Chef Mario Draghi ließen die Rezessionsängste etwas abflauen. Da eine Schwalbe aber noch keinen (konjunkturellen) Sommer verursachen dürfte, bedarf es weiterer Positivsignale, um dem Kupferpreis einen Turnaround zu attestieren.
Am Freitagnachmittag präsentierte sich der Kupferpreis in den USA mit stabilen Notierungen. Bis gegen 15.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf High Grade Copper um 0,0285 auf 3,6185 Dollar pro Pfund.
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