von Jörg Bernhard
Neben der schwächelnden US-Nachfrage dürfte für diese Entwicklung aber vor allem der US-Produktionsboom im Bereich von Schieferöl verantwortlich gewesen sein. „Normalerweise“ kostet WTI aufgrund seiner höheren Qualität mehr als Brent. In den vergangenen zwölf Monaten belief sich dessen durchschnittlicher Discount jedoch auf über 17 Dollar. Außerdem schlagen sich geopolitische Risiken erfahrungsgemäß vor allem bei Brent in höheren Preisen nieder. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden in diesem Zusammenhang am 2. Weihnachtsfeiertag Terroristen verhaftet, die Anschläge auf Ölexportländer geplant hätten.
Am Donnerstagnachmittag präsentierte sich der Ölpreis mit anziehenden Notierungen. Bis gegen 14.50 Uhr (MEZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,25 auf 91,23 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,16 auf 110,91 Dollar zurückfiel.
Palladium: Stabiler als Gold
Während der Goldpreis sein Novemberhoch mittlerweile um fast 100 Dollar unterschritten hat, bewegt sich der Palladiumpreis derzeit sogar leicht über seinem Novemberhoch. Mitte Dezember wurde mit 26.809 offenen Kontrakten sogar ein neuer Rekordwert gemeldet. Das Interesse an dem vor allem in der Autoindustrie (Katalysatorenbau) benötigten Edelmetall ist derzeit extrem ausgeprägt. Offensichtlich schlagen die Konjunkturängste – bedingt durch die drohende Fiskalklippe – bislang noch nicht auf den Preis für das Edelmetall durch. Die Streiks in südafrikanischen Minen sowie die Spekulation, dass die russischen Palladiumverkäufe abnehmen könnten, haben das Edelmetall massiv verteuert. Aus charttechnischer Sicht dürfte es jedoch schwierig werden, die psychologisch wichtige Marke von 700 Dollar signifikant zu überwinden. In diesem Monat scheiterte Palladium bereits neunmal an dieser Hürde.
Am Donnerstagnachmittag präsentierte sich der Palladiumpreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 14.55 Uhr (MEZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Palladium (März) um 4,75 auf 697,15 Dollar pro Feinunze.
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