von Jörg Bernhard
Offensichtlich sieht es so aus, als ob die Marktakteure in den vergangenen Wochen etwas zu pessimistisch gestimmt waren. Dies kam auch durch den am Freitagabend veröffentlichten COT-Report (Commitments of Traders) zum Ausdruck. Dieser wies vor allem bei Großspekulanten eine deutlich gesunkene Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) aus. Sie brach im Berichtszeitraum (05.06. bis 12.06.12) von 146.837 auf 130.858 Kontrakte ein, den niedrigsten Stand seit Oktober 2011 ein. Die Unsicherheit über Griechenland, Spanien und Co und die damit implizierten Konjunktursorgen dürften dabei eine wichtige Rolle gespielt haben.
Am Montagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit erholten Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,78 auf 84,81 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,99 auf 97,60 Dollar anzog.
Zucker: Versuch eines Trendwechsels
Seit Mitte März stürzte der Zuckerpreis nahezu ungebremst von 25 auf 19 US-Cents ab. Mittlerweile laboriert der Agrarrohstoff aber an einem Trendwechsel nach oben.
Heftige Regenfälle bereiten brasilianischen Zuckerfarmern derzeit massive Ernteprobleme. Im Hauptanbaugebiet Zentraler Süden, wo 90 Prozent des Zuckerrohrs beheimatet ist, kommt die Zuckerernte deutlich langsamer als gewohnt voran. Der Branchenverband Unica meldete für die zweite Maihälfte einen Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 18 Prozent. Seit Beginn der Ernte im April beläuft sich das Minus sogar auf 30 Prozent. Mittlerweile befürchtet man in Expertenkreisen sogar, dass in der kommenden Woche die Exporte zum Erliegen kommen könnten. Dadurch könnte das geringer als erwartete Zuckerangebot in dieser Erntesaison weiter steigende Preise nach sich ziehen.
Am Freitag präsentierte sich der Zuckerpreis mit anziehenden Notierungen. Der nächstfällige Kontrakt auf den Zucker-Future-Nr. 11 verteuerte sich um 0,80 auf 20,77 US-Cents pro Pfund.
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