13.02.2013 10:20
Bewerten
 (0)

Rohstoff-Zertifikate als Langfrist-Investment?

Obwohl wir als Börsenbrief, der die Bezeichnung „Trader“ bereits im Namen trägt, unseren Schwerpunkt naturgemäß etwas stärker auf kurzfristige Spekulationen ...
... ausrichten, wissen wir, dass viele Leser auch an langfristigen Anlage-Möglichkeiten im Rohstoff-Segment interessiert sind. Wer dazu ein simples Open-End-Zertifikat auf die Preisentwicklung eines bestimmten Rohstoffes erwirbt, erlebt jedoch nicht selten überaus unerfreuliche Überraschungen.

Lieber traden als anlegen!

Das Problem liegt darin, dass als Underlying dieser Produkte ohne Laufzeit-Begrenzung Futures mit einem Fälligkeitstermin fungieren. Daraus resultiert die Notwendigkeit des so genannten „Rollens“ - also des Wechsels von einem (auslaufenden) Future in einen späteren Kontrakt. Da die Rohstoff-Futures in der Regel in einer Contango-Situation notieren (spätere Futures sind teurer als jüngere) erhält der Emittent für den Verkauf der März-Kontrakte meist eine geringere Anzahl von Juli-Kontrakten. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Partizipationsrate bei den entsprechenden Zertifikaten kontinuierlich sinkt. Bei einem ein- oder zweimaligen Roll-Vorgang ist das noch akzeptabel. Wird jedoch zehn oder 20 Mal in einer Contango-Situation gerollt, profitieren die Zertifikate-Inhaber von der Kurs-Entwicklung nicht mehr zu 100 Prozent sondern nur noch zu 70, 50 oder sogar noch weniger Prozent. Vor einigen Jahren gab es ein Open-End-Zertifikat auf Erdgas, bei dem die Partizipationsrate am Ende unter zehn Prozent lag, bevor es endlich vom Markt genommen wurde. Insgesamt eignen sich Rohstoff-Zertifikate damit eindeutig eher zum traden als zum anlegen - und das gilt nicht nur (aber natürlich auch) für Hebel-Produkte.

Aktien als Alternative!?

Wer über mehrere Jahre an steigende Notierungen bestimmter Rohwaren glaubt, sollte sich daher lieber ein Investment in Aktien von Unternehmen überlegen, die ihr Geld primär mit eben diesem Rohstoff verdienen. Solche Gesellschaften können steigende Rohstoffpreise meist in steigende Gewinne ummünzen, was in der Tendenz zu anziehenden Aktien-Notierungen führt. Nachteil: Bei Aktien kauft man immer auch das Risiko von falschen Management-Entscheidungen ein. Aber wie heißt es doch so schön: No risk, no fun!

Marc Nitzsche ist Chefredakteur des Rohstoff-Trader Börsenbriefs. Der Börsenbrief ist ein Spezialist für Rohstoffe und bietet konkrete Kaufempfehlungen mit Analysen und Kursprognosen. Mehr Infos unter: www.rohstoff-trader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.199,054,50
0,38
Kupferpreis6.390,0078,00
1,24
Ölpreis (WTI)58,053,24
5,91
Silber16,090,01
0,03
Super Benzin1,280,00
0,08
Weizen196,00-4,00
-2,00

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber
1g Goldbarren41,03
+0,1
5g Goldbarren170,77
+0,1
10g Goldbarren331,15
+0,1
1 Uz Goldbarren1.013,17
+0,1
Krügerrand1.028,80
+0,1
Britannia1.036,95
+0,1
Maple Leaf1.025,76
+0,1
American Eagle1.034,91
+0,1
Zum Edelmetallshop

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?

Anzeige