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Mageres Schwein

aktualisiert: 19.10.2011 11:03

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ROHSTOFF DER WOCHE

Magerschwein: Blutige Samstage



Vor allem China kauft Schweine aus den USA
Wer Eindruck machen will, kaufe sich ein Pferd. Wer reich werden will, kaufe sich ein Schwein“, so ein chinesisches Sprichwort, das aktueller ist denn je.

von Andreas Höß, €uro am Sonntag

Die Inflation galoppiert in China. Schweinefleisch ist so teuer geworden, dass Peking den Preis­anstieg durch Fleischimporte unter Kontrolle halten muss. Das beschert den Schlachthäusern der US-Fleischmagnaten besonders blutige Zeiten.

Die Ausfuhren an Magerschwein aus den USA nach China stiegen allein im ersten Halbjahr 2011 um mehr als 50 Prozent. Fast zehn Prozent des US-Schweinemarkts landen bereits in chinesischen Woks. Denn mit dem Wohlstand steigt im Reich der Mitte der Appetit auf das besonders beliebte Schweinefleisch. Das essbare Statussymbol verteuerte sich im vergangenen Jahr um über 50 Prozent. Ein Problem, das auch die politische Führung in Peking erkannt hat. Liebe geht durch den Magen, das gilt auch für die Beziehung zwischen Volk und Führer. Premier Wen Jabao kündigte deshalb an, den Schweinemarkt zu stabilisieren, was mittelfristig nur über Importe machbar ist und die Preise für Magerschwein in den USA treiben sollte.

Rosige Zeiten versprechen sich davon die Schlachter in der US-Fleischmetropole Chicago. Sie hatten ein hervorragendes Jahr mit Rekordpreisen und großen Gewinnmargen. Chinas Fleischhunger kommt für sie nun gerade richtig, im Winter heizen nur wenige Amerikaner ihren Grill an. Die zusätzliche Nachfrage aus China sollte das jährliche Winterloch überbrücken. Dieses haben die Terminmärkte aber bereits vorweggenommen, die Kontrakte fielen ab August um etwa 20 Prozent. Anleger könnten diese Korrektur nutzen und zum Beispiel mit einem ETC auf steigende Preise wetten (ISIN: DE 000 A0K RJ1 0). Denn trotz der Korrektur gehörte Magerschwein mit 25 Prozent Preisaufschlag in den vergangenen zwölf Monaten zu den besten Rohstoffen. Aber Vorsicht: Die ETCs bilden die Preise nicht 1 : 1 ab, Gewinne wurden 2011 fast komplett von Rollverlusten aufgefressen. Außerdem wetzen die Schlachter ihre Messer wie selten. Allein zum ersten Schlachtsamstag im Oktober kamen in den USA 2,3 Millionen Schweine unters Beil. Bleiben die Samstage weiter so blutig, droht trotz dem Nachfrageplus aus China eine Übersättigung an Schwein.

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