Rohstoffe-Go - China könnte versuchen Deal zwischen Rio Tinto und BHP zu verhindern
Rohstoffe-Go - Stuttgart (www.rohstoffe-go.de) Colin Barnett, Premierminister von Western Australia, hat erst vor Kurzem dem geplanten Joint Venture zwischen den Minengiganten BHP Billiton (WKN 850524) und Rio Tinto (WKN 855018) seinen, politischen, Segen gegeben. Nun deuteten hohe chinesische Offizielle an, dass die Regierung Chinas versuchen könne, zu verhindern, was man im Reich der Mitte einen „monopolistischen“ Deal nennt.
Chen Yanhai, Chef der Rohstoffabteilung des chinesischen Ministeriums für industries und Informationstechnologie, sagte gegenüber staatlichen Medien, dass Chinas Antimonopolgesetze auch auf den Deal zwischen Rio und BHP Anwendung finden sollten, da dieser mit großer Wahrscheinlichkeit die Stahlindustrie Chinas stark beeinflussen werde.
Wer die angesprochenen Gesetze übertritt, könnte eine Strafe von bis zu 10 Prozent der in China erzielten Jahresumsätze zahlen müssen. Was für BHP und Rio auf umgerechnet rund 1,46 Milliarden
Dollar hinauslaufen würde. Allerdings sagen auch chinesische Rechtsexperten, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass dies zur Anwendung kommen könnte und der Deal selbst nicht zu verhindern sei.
Diese Diskussione sind Ausdruck von Pekings Besorgnis, dass das Joint Venture der Rohstoffriesen die Handelsposition des Landes beeinträchtigen könnte. Rio und BHP erklärten, sie würden das durch das Joint Venture produzierte Erz unabhängig voneinander vermarkten. Jedoch könnte China die beiden Unternehmen zwingen, in den Verhandlungen zu Eisernerzpreisen Preissenkungen zu akzeptieren. Die Regierung in Peking hatte es als Schlappe gesehen, dass es dem Staatsbetrieb Aluminum Corp of China's (Chinalco) nicht gelungen war, eine größere Beteiligung an Rio Tinto zu erlangen und stattdessen das Joint Venture bekannt gegeben wurde.