Rohstoffe-Go - Stuttgart (www.rohstoffe-go.de) Es könnte erst der Anfang gewesen sein: Erst kürzlich meldete China Investment Corp. (CIC), dass man 1,74 Milliarden kanadische
Dollar für einen Anteil von knapp über 17 Prozent am kanadischen Minenriesen Teck Resources (WKN 855086) ausgegeben hat. Die mögliche Strategie dahinter: Die riesigen Währungsreserven Chinas einzusetzen, um eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für kanadische Minenunternehmen zu werden.
Die Teck-Transaktion zeigt, über welche Finanzreserven China verfügt – in einer Zeit, da selbst für die größten Minenfirmen frisches Kapital auf Grund der Finanzkrise nur schwer zu erlangen ist.
Dass China versuchen würde, von den gefallenen Rohstoffpreisen zu profitieren, um sich Anteile an Vorkommen in politisch stabilen Ländern zu sichern, haben viele Beobachter erwartet. Denn die Chinesen sind die Einzigen, die von dieser Situation profitieren könnten. Und jetzt erweist sich, dass diese Theorie stimmt, sagen zahlreiche Experten. Teck zum Beispiel ist ein wichtiger Produzent von Kupfer, metallurgischer Kohle, Zink und
Gold – alles Rohstoffe, die China braucht.
Wonach das Reich der Mitte wohl vor allem Ausschau hält, so Analysten, sind Unternehmen, die über große Ressourcen verfügen, auf Grund der schwachen Märkte aber leiden. Und so sei es kein Wunder, dass chinesische – aber auch indische – Firmen, sich verstärkt in beispielsweise Kanada umschauen.
So übernahm beispielsweise bereits 2007 Chinalco Peru Copper und im vergangenen Jahr folgte unter anderem die Akquisition von Northern Peru Copper durch ein Joint Venture aus Jiangxi Copper Co Ltd und Minmetals. Und im laufenden Jahr kam kein Übernahmegerücht ohne die Erwähnung chinesischer Unternehmen aus.
Schon im April gab es Berichte, dass chinesische Minenfirmen an dem Kupfer- und Zinkproduzenten HudBay Minerals (WKN A0DPL4) interessiert seien, von dem es damals hieß, er stehe zu, Verkauf. China ist bereits seit Jahren auf der Suche nach Möglichkeiten, sich mehr der Ressourcen zu sichern, die es benötigt, um seinen Hunger nach Rohstoffen zu stillen, den es braucht, um das enorme Infrastrukturwachstum zu bedienen. Jetzt, da die weltweite Wirtschaftskrise vielen Wettbewerbern das Leben schwer macht, hat sich die Position der Chinesen verbessert – auch wenn sie nicht immer willkommen sind.
Experten sagen, dass die Chinesen gewillt sind, die verschiedensten Arten von Abkommen abzuschließen. Von strategischen Investitionen wie bei Teck bis hin zu größeren Minderheitsbeteiligungen und vollständigen Übernahmen. Angeblich verfügt CIC allein über 200 Milliarden Dollar für Übernahmen. Und ist damit – wie andere chinesische Firmen – gut für weitere Investitionen in Kanada oder anderen Teilen der Welt gerüstet.
So hat beispielsweise Chinalco erste Kooperationsgespräche mit der kanadischen Ivanhoe Mines (WKN 901508) geführt, deren wichtigestes Asset das Oyu Tolgoi-Projekt (Kupfer und Gold) in der Mongolei ist. Und China hat Gespräche mit dem Uranriesen Cameco Corp (WKN 882017) über eine mögliche Uranliefervereinbarung geführt.
Es ist nach Ansicht der meisten Experten nur eine Frage der Zeit, bis China versuchen wird, den nächsten Deal einzufädeln. Was das sein wird, ist die große Frage, denn natürlich hält man sich im Vorfeld sehr bedeckt.