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13.10.2011 11:56

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Aluminium und die Industrie


Aluminium ist ein, im Vergleich mit anderen Metallen, relativ spät entdecktes Industriemetall.

Seine Herstellung gelang erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals war Aluminium wertvoller als Gold. Durch immer effizientere Produktionsverfahren fiel dessen Preis jedoch sehr schnell. Heute ist bekannt, dass Aluminium nach Sauerstoff und Silicium, das dritthäufigste Element der Erdkruste und damit das am häufigsten vorhandene Metall auf der Welt ist.

Aluminium wird in Form von Futures an der Terminbörse London Metal Exchange und an der New York Mercantile Exchange (im Bereich Commodity Exchange) gehandelt. Bis zur Finanzkrise stieg der Aluminiumpreis auf über 3000 US-Dollar je Tonne und fiel dann bis zum Tiefpunkt Mitte 2008 auf unter 1500 US-Dollar. Diese Woche notiert Aluminium bei circa 2200 US-Dollar. Seit Mai dieses Jahres, als der Preis bei 2720 US-Dollar lag, ist ein klar fallender Trend erkennbar. Chartanalysten rechnen mit weiterem Abwärtspotential, wenn der Trend in den nächsten Handelstagen nicht deutlich nach oben durchbrochen wird.

Im Aluminiumgeschäft herrscht ein sehr großer Konkurrenzdruck. Die zwei großen Aluminiumproduzenten Rio Tinto Alcan und Alcoa kündigten letzte Woche an, sie wollen 10 Milliarden Euro in ihre Produktionsstätten investieren. Ziel ist es, Kapazitäten zu erweitern und die Technologie zu modernisieren. Diese Schritte sind nötig, um sich gegen die Konkurrenz aus China und anderen Emerging Markets zu behaupten. China ist bereits heute der weltweit führende Aluminiumproduzent und wird seinen Marktanteil weiter ausbauen, auch wenn die Regierung in Peking vor kurzem, aufgrund von Stromversorgungsengpässen, Produktionskürzungen in einigen Aluminiumfabriken angekündigt hat.

Das Topereignis zum Thema Aluminium waren diesen Dienstag die Quartalszahlen des Aluminiumproduzenten Alcoa. Der führende Aluminiumhersteller der USA eröffnete traditionell die Berichtssaison an der Wall Street. Die Unternehmenszahlen, die als wichtiger Indikator für die Entwicklung der Gesamtwirtschaft fungieren, blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Für die kommenden Monate prognostiziert der deutschstämmige Alcoa-CEO Klaus Kleinfeld eine sinkende Zuversicht und eine steigende Schwankungsanfälligkeit der Märkte. Den Preisrückgang der Alcoa-Aktie um 46 Prozent seit April erklärt Kleinfeld mit dem allgemeinen Markttrend im Bereich Industriemetalle.

Wegen der schwächeren Weltkonjunktur fürchten Beobachter, dass die Nachfrage nach Aluminium in den nächsten Monaten unter den Erwartungen liegen wird. Die Entwicklungen der europäischen Staatsschuldenkrise wirken sich sehr negativ auf das Marktvertrauen aus. Die Nachfrage nach Neuwagen in Europa liegt weit unter den am Anfang des Jahres gesetzten Erwartungen. Deshalb prognostizieren Analysten, dass die Aluminiumnachfrage aus der Automobilbranche im zweiten Halbjahr, verglichen mit den ersten sechs Monaten, um 16 Prozent einbrechen könnte. Auch im Flugzeugbau sehen die Prognosen nicht zuversichtlicher aus. Maschinenbauer sind traditionell wichtige Abnehmer von Aluminiumprodukten.

Sollten sich die ständig anhaltenden Rezessionsängste um die USA bewahrheiten und sollte es zu keiner Lösung der Schuldenkrise in Europa kommen, wird dies den Aluminiumpreis weiterhin drücken und unvorhersehbare Folgen für die Emerging Marktes nach sich ziehen. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf China, da das Wirtschaftswachstum dieses Landes maßgeblich für die gestiegene Nachfrage nach Aluminium in der vergangenen Dekade verantwortlich gewesen ist.

Anleger, die dem Trend folgen möchten und weiterhin auf fallende Aluminiumpreise setzen, sollten sich einen klassischen Put-Optionsschein mit Aluminium Futures als Basiswert ansehen (WKN: SG14V9). Der Preis dieser Short-Position beträgt momentan, bei einem Bezugsverhältnis von 0,01, 1,92 Euro. Der Basispreis liegt bei 2400 US-Dollar. Der Put-Optionsschein hat ein Delta von -59,80% und eine Laufzeit bis zum 07.03.2012. Für die Optionspreisberechnung spielen auch die Volatilität des Basiswertes, die Restlaufzeit, die Zinssätze und in diesem Fall der EUR/USD-Wechselkurs eine Rolle, da dieses Produkt über keine Währungssicherung, eine sogenannte Quanto-Funktion, verfügt.

Andreas Kotula ist Zertifikate-Experte bei Société Générale. Er ist zuständig für das Marketing von Zertifikaten und Optionsscheinen sowie von Lyxor Exchange Traded Funds (ETFs).

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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