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30.09.2010 14:28

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KOLUMNE
SG ROHSTOFF-KOLUMNE

Von der Krise zum „Gold to Go“


Die Nachricht, Gold notiere abermals auf einem neuen Höchststand, ...

... scheint kaum mehr überraschend, denn seit Wochen setzt sich der Aufwärtstrend des Edelmetalles fort. So ist es schon gar nicht weiter verwunderlich, dass Gold auch diese Woche wieder anstieg. Die Marke von 1300 US-Dollar, die es jedoch durchbrach, war für einige Analysten eine ganz besondere Barriere. Sie galt als psychologisch und charttechnisch äußerst wichtig, so dass einige unter ihnen daraufhin kurzweilig in eine Welt trifteten, in der sich der Goldkurs gedanklich bereits in Regionen von 1400 bis 1500 US-Dollar aufhielt. Die Anleger hingegen fuhren lieber erst einmal ihre Gewinne ein. Sie verkauften nämlich ihre Edelmetallanlagen, was schließlich doch wieder Druck nach unten auslöste. Das Resultat war, dass der Goldkurs auf 1293 Dollar zurückfiel. Dass sich der Aufwärtstrend jedoch weiterfortsetzt, zeigte sich am Dienstag bei einer Notierung von 1307 US-Dollar je Feinunze. Fraglich ist hingegen, ob der Preisanstieg mittlerweile noch durch die erhöhte Nachfrage bestimmt wird oder der Abwertung des US-Dollar geschuldet ist, welcher bekanntlich sehr stark negativ mit dem Goldpreis korreliert ist. Desweiteren überrascht das Verhalten der Notenbanken vor dem Hintergrund der instabilen Wirtschaftslage einiger Länder. Diese scheinen sich geradezu an ihre Goldreserven zu klammern. Gemäß einem Abkommen zwischen 19 Notenbanken von 2009 dürfen die teilnehmenden Banken nämlich bis zu maximal 400 Mio. Tonnen Gold pro Jahr veräußern. Das Abkommen dient eigentlich dazu, den unkoordinierten Verkauf und die Marktverwerfung des Edelmetalles in Krisenzeiten zu verhindern. Vielen Staaten müsste der Goldverkauf bei solch hoher Werthaltigkeit nämlich eigentlich gelegen kommen, um mit den Erlösen die tiefen Löcher in den Staatskassen stopfen zu können. Doch das Gegenteil ist der Fall. Im Euro-Raum wurden gerade einmal 6,2 Tonnen Gold verkauft; ein Volumen, das nicht einmal fünf Prozent des Volumens vom Vorjahr entspricht. Es sieht fast so aus, als ob auch die Staaten in Zeiten lockerer Fiskalpolitik, Inflationsgefahr und Instabilität, die Sicherheit des Goldes genießen. Eine weitere Neuigkeit ist, dass sich Privatanleger jetzt einen kleinen Goldschatz aufbauen können. Frei nach dem Prinzip „Geld rein – Gold raus“, können Interessenten seit kurzem in einigen Ländern Europas „Gold to Go“ am Automaten erwerben. Ob die Goldautomaten jedoch lediglich ein temporärer, durch die Krise hervorgerufener Hype sind oder eine nachhaltige Entwicklung, wird wohl die Zukunft zeigen.

Andreas Kotula ist Zertifikate-Experte bei Société Générale. Er ist zuständig für das Marketing von Zertifikaten und Optionsscheinen sowie von Lyxor Exchange Traded Funds (ETFs).

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH i.G. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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