von Jörg Bernhard
Der am Freitagabend veröffentlichte Wochenbericht wies zudem einen Anstieg der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) aus. Dieser erhöhte sich im Berichtszeitraum (27. Dezember bis 3. Januar) von 103.993 auf 107.101 Kontrakte (+3,0 Prozent). Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es nach dem Mitte Dezember registrierten massiven Einbruch zum zweiten Mal in Folge wieder bergauf. Sie erhöhte sich von 14.132 auf 15.916 Kontrakte (+12,6 Prozent). Der wachsende Silberoptimismus der Terminmarktspekulanten war jedoch ausschließlich bei großen Spekulanten (Non-Commercials) zu beobachten, während kleine Spekulanten (Non-Reportables) skeptischer wurden. So erhöhte sich die Netto-Long-Position der Großspekulanten von 6.855 auf 9.638 Kontrakte (+40,6 Prozent), während bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) ein markanter Rückgang von 7.277 auf 6.278 Kontrakte (-13,7 Prozent) registriert worden war.
Silber: Charttechnische Höchstspannung
Mit Blick auf die Silber-Performance lassen sich die vergangenen 12 Monate angesichts eines Kursverlustes von einem Prozent fast schon als Non-Event einstufen. Doch bei Betrachtung des 52-Wochentiefs (26,02 Dollar am 26.09.11) und des 52-Wochenhochs (49,83 Dollar am 25.04.11) sieht man sehr gut, dass das Edelmetall extrem volatil ist. Aus charttechnischer Sicht dürften die kommenden Wochen und Monate hochgradig spannend werden. Mit ungefähr 29 Dollar notiert die Feinunze nur knapp über der wichtigen Unterstützungszone im Bereich von 27 Dollar. Sollte sie unterschritten werden, droht eine massive Verkaufswelle. 2011 musste Silber zwei Verkaufswellen über sich ergehen lassen. Die erste gab es im Mai, als das Edelmetall von fast 50 auf 33 Dollar abstürzte. Die nächste folgte dann im September in Form eines Kurssturzes von 43 auf 26 Dollar. Beide Sell-offs haben aber auch einen Vorteil: Das Potenzial nach oben ist dadurch relativ groß geworden. Sollte Europa seine Schuldenkrise meistern und die Weltwirtschaft von einem Abschwung verschont bleiben, könnte 2012 für Silber wesentlich besser verlaufen als das alte Jahr.
Bildquellen: Julian Mezger