von Jörg Bernhard
Auch die Anzahl offener Silber-Kontrakte, der sogenannte Open Interest, legte im Berichtszeitraum (29. Mai bis 5. Juni) zu und erhöhte sich von 113.961 auf 116.809 Kontrakte (+2,5 Prozent). Dies stellte das höchste Niveau seit dem 24. April dar. Mit der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten ging es noch deutlicher bergauf. Diese erhöhte sich nämlich von 14.334 auf 16.525 Kontrakte (+15,3 Prozent). Neben den Großspekulanten (Non- Commercials), deren Netto-Long-Position von 8.558 auf 9.794 Kontrakte (+14,4 Prozent) anzog, wurden auch die Kleinspekulanten (Non-Reportables) zuversichtlicher. Ihre Netto-Long-Position zog von 5.776 auf 6.731 Kontrakte (+16,5 Prozent) an. Da der Silberpreis nach dem Tag der Datenerhebung (Dienstag) deutlich absackte, dürfte sich die Marktstimmung der Terminmarkspekulanten zwar wieder deutlich abgekühlt haben, nichtsdestotrotz belegt der COT-Report, dass man offensichtlich wieder Mut schöpft. Zur Erinnerung: Noch Ende Februar übertraf die kumulierte Netto-Long-Position das derzeitige Niveau um den Faktor 2,7.
Silberpreis: Charttechnisch gut abgesichert
Aus charttechnischer Sicht stimmt vor allem eines zuversichtlich, die massive Unterstützungszone im Bereich von 27 Dollar. An dieser Marke drehte der Silberpreis bereits mehrfach nach oben – im September und Dezember 2011 sowie in den vergangenen Wochen. Damit dieser Boden wegbricht, müsste sicherlich einiges an Negativem passieren. Über kurz oder lang dürften Anleger aus Gründen des Vermögensschutzes auch auf Silber setzen. Neue Stützungsmaßnahmen der internationalen Notenbanken sind in der abgelaufenen Handelswoche wohl eher aufgeschoben als aufgehoben worden. Sollte sich die Weltkonjunktur allerdings deutlich schlechter als erwartet entwickeln, droht dem Silberpreis ein signifikant höherer Rückschlag als Gold. Allein die deutlich höhere Volatilität von Silber legt diesen Schluss nahe. Aktuell übertrifft die historische 20-Tage-Volatilität von Silber mit 34,6 Prozent die vergleichbare Kennzahl des Goldpreises um mehr als zehn Prozentpunkte.
Bildquellen: Julian Mezger