von Jörg Bernhard
Nachdem bei den Anlegern die Angst um den Euro und den US-Staatshaushalt spürbar nachgelassen hat, konzentrierte sich ihr Interesse weniger auf den sicheren Hafen Gold, sondern eher auf die zyklischen Edelmetalle wie zum Beispiel Silber. Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung würde vor allem die industrielle Nachfrage dieses Edelmetalls stimulieren. So landet bei Silber mehr als die Hälfte des globalen Angebots in diversen Industriesektoren.
Mit den jüngsten Kursavancen wächst nun aber aus charttechnischer Sicht die Spannung. Mit dem Vorstoß über 32 Dollar gelangte der Silberpreis in eine Kursregion, die sich bereits im Oktober und im Dezember als zu heftige Hürde erwiesen hatte. Und auch die als Timingindikatoren fungierenden Bollingerbänder mahnen zur Vorsicht. So prallte Silber mittlerweile am oberen Bollingerband ab. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Rücksetzer in Richtung unteres Bollingerband. Dieses verläuft bei 29,34 Dollar. In der zweiten Novemberhälfte war dies letztmals der Fall – danach fiel Silber innerhalb von drei Wochen um in der Spitze 15 Prozent zurück.
Am Donnerstagvormittag präsentierte sich der Silberpreis mit fallenden Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Silber (März) um 0,519 auf 31,92 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Lagermengen gestiegen
Laut Wochenbericht des American Petroleum Institute gab es bei den gelagerten Ölmengen einen Anstieg um 3,2 Millionen Barrel. Wegen des US-Feiertags am Montag erfolgt der Wochenbericht der US-Energiebehörde – entgegen den sonstigen Gepflogenheiten einen Tag später – also am Donnerstagnachmittag. Zuvor dürften die Akteure an den Energiemärkten aber noch die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe verfolgen. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten soll es hier einen Anstieg von 335.000 auf 360.000 Anträge gegeben haben.
Am Donnerstagvormittag präsentierte sich der Ölpreis mit uneinheitlichen Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MEZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Kontrakt um 0,35 auf 95,58 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,01 auf 112,79 Dollar zurückfiel.
Die Top- und Flop-Rohstoffe 2012:
Platz 36: Kaffee
-35,24% (2011: 15. Platz)
Bildquellen: Julian Mezger